Baden-WürttembergTREND Oktober 2025

Repräsentative Studie im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung

Sonntagsfrage: CDU trotz Verlusten stärkste Kraft, AfD erstmals knapp vor Grünen


Knapp fünf Monate vor der Landtagswahl am 8. März 2026 ist die CDU in der landespolitischen Stimmung in Baden-Württemberg mit  29 Prozent nach wie vor stärkste politische Kraft. Gegenüber Mai geben die Christdemokraten in der Sonntagsfrage zwei Punkte ab, würden aber weiterhin besser als beim Wahlgang vor knapp fünf Jahren (24,1 Prozent) abschneiden. Die regierungsführenden Grünen liegen bei unverändert 20 Prozent (2021: 32,6 Prozent) und damit nicht nur klar hinter der CDU, sondern erstmals im Baden-WürttembergTREND auch knapp hinter der AfD. Die AfD selbst legt um 2 Punkte auf einen neuen Höchststand von 21 Prozent zu. Sie hätte damit ihr Wahlergebnis von 2021 mehr als verdoppelt (9,7 Prozent). Die SPD liegt bei unverändert 10 Prozent (2021: 11,0 Prozent), die FDP bei unverändert 5 Prozent (2021: 10,5 Prozent). Die Linke könnte mit 7 Prozent erstmals auf einen Landtagseinzug in Baden-Württemberg hoffen (2021: 3,6 Prozent). Das BSW würde mit 3 Prozent (-1) an der Mandatsschwelle scheitern. Alle übrigen Parteien kämen zusammengenommen auf 5 Prozent. 

Regierungsführung nach der Landtagswahl: CDU bevorzugt

Der aktuelle Vorsprung der CDU in der Sonntagsfrage spiegelt sich in den Präferenzen für die nächste Landesregierung. 40 Prozent der Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen sprechen sich für eine CDU-geführte Landesregierung aus (-2 im Vgl. zu Mai). Drei von Zehn (29 Prozent; +/-0) bevorzugen eine Regierung unter Führung der Grünen, ein Fünftel (21 Prozent; +2) eine Landesregierung unter Führung der AfD. 
Kritischer als im Frühsommer fällt die Sicht auf die Arbeit der amtierenden Regierung aus. Überwog im Mai noch die Zufriedenheit mit dem Stuttgarter Kabinett, stößt sie nun auf ein geteiltes Echo. Die Hälfte ist derzeit zufrieden mit der Regierungsarbeit der grün-schwarzen Regierung (48 Prozent, -8 im Vergleich zu Mai 2025), die andere Hälfte (49 Prozent; +9) sieht sie kritisch. 
Mehrheitlich Rückhalt findet die Landesregierung bei den Anhängern der Grünen (85:14 Prozent) sowie – wenn auch verhaltener – unter Anhängern der mitregierenden CDU (66:33 Prozent). Auch die Anhänger von SPD (62:36 Prozent) und FDP (59:41 Prozent) kommen mehrheitlich zu einem positiven Urteil. Im Lager der Linken überwiegt die Kritik leicht (45:52 Prozent). Die Anhänger der AfD gehen zu großen Teilen auf Distanz (8:87 Prozent). 

Lösung zentraler Aufgaben: deutliche Verluste für CDU, Grüne hinter AfD

Basis der CDU-Stärke in Sonntagsfrage und Regierungspräferenz sind nach wie vor sachpolitische Vorteile. Allerdings verliert sie im Vergleich zum Frühsommer deutlich an Vertrauen, wenn es um die Lösung der wichtigsten Aufgaben im Land geht. Aktuell sieht ein Viertel 
der Baden-Württemberger (26 Prozent; -8) die zentralen landespolitischen Aufgaben am ehesten bei der CDU in guten Händen. Das Sachvertrauen in die Grünen gibt zum Mai abermals nach (14 Prozent; -2), sie fallen damit hinter die AfD zurück. Die AfD überzeugt bei der Lösung der wichtigsten Aufgaben aktuell 17 Prozent und damit mehr als je zuvor im Bundesland (+4).

Wichtigste Probleme: Zuwanderung, Bildung und Wirtschaft

Auf der aktuellen Problemagenda stehen aus Sicht der Wahlberechtigten erneut Fragen der Zuwanderung, Bildung und Wirtschaft oben. Gefragt nach den aktuell wichtigsten politischen Problemen, die in Baden-Württemberg gelöst werden müssen, bleiben für ein Viertel Fragen der Zuwanderung am drängendsten, auch wenn der Stellenwert der Migrationsthematik etwas geringer als im Frühsommer ist (25 Prozent; -7). Für gut ein Fünftel zählt die Bildung (22 Prozent; +2) zu den zentralen Aufgaben. Die Situation der heimischen Wirtschaft beschäftigt ebenfalls jeden Fünften (20 Prozent; +1). Sicherlich nicht zuletzt nach den Ankündigungen des Automobilzulieferers Bosch, vor allem in Baden-Württemberg zahlreiche Stellen abzubauen, ist auch die Situation am Arbeitsmarkt stärker in den Fokus gerückt als zuletzt (10 Prozent; +4). Mobilitätsfragen erachten 16 Prozent und ebenfalls etwas mehr als im Mai (+5) als prioritär, Fragen von Umwelt und Klima stehen für 12 Prozent (+1) im Mittelpunkt. Soziale Fragen (+/-0) und Wohnen (-2) sind für jeweils 9 Prozent zentral.

Außerdem im aktuellen Baden-WürttembergTREND: 

  • Politikerzufriedenheit: Özdemir populärster Spitzenkandidat, Hagel und Frohnmaier großen Teilen unbekannt 
  • Direktwahl Ministerpräsident: Özdemir deutlich vor Hagel und Frohnmaier

  • Herbst der Reformen: Mehrheit in Baden-Württemberg unterstützt Kürzungen beim Bürgergeld
     

Baden-Württemberg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Baden-Württemberg

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.158Befragte
(680 Telefoninterviews und 478 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

08. bis 14. Oktober 2025

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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