FAQs

Häufig gestellte Fragen

Sie wurden von uns angerufen oder haben allgemein Interesse an unserer Arbeit?
Hier haben wir die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die uns dazu erreichen.
Und falls Sie hier Ihre Frage nicht finden, schreiben Sie uns doch bitte an indi@infratest-dimap.de.

Was ist die Sonntagsfrage?

Bei der Messung der politischen Stimmung vor oder zwischen Wahlen steht die "Sonntagsfrage" im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Der Fragentext lautet: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl* wäre?"

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt damit gleichsam einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Nicht nur legen sich immer mehr Wählerinnen und Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, auch hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen. Im Ergebnis kann sich die allgemeine Stimmung noch in den letzten Tagen entscheidend verändern.
*Bei Sonntagsfragen für einzelne Bundesländer wird hier die Art der Wahl, z.B. Landtagswahl oder Wahl zum Abgeordnetenhaus, genannt.

Die aktuelle bundesweite Sonntagsfrage, sowie eine grafische und tabellarische Übersicht finden Sie hier.

Warum befragen Sie mittlerweile per Telefon und Online?

Infratest dimap führt seit Gründung des Instituts 1997 repräsentative Trenderhebungen für die ARD und ihre Landesrundfunkanstalten durch. Im Laufe der Jahre haben wir das Studiendesign und die zugrunde liegenden Methoden kontinuierlich weiterentwickelt. Dies betrifft Fragen der Stichprobe, die Erhebungswege, die Messinstrumente, die statistische Auswertung und auch die grafische Darstellung der Ergebnisse unserer Untersuchungen. Nun ergänzen wir unsere Stichproben und Erhebungsverfahren um ein Internet- bzw. Onlinegestütztes Verfahren zu einem sogenannten Mixed Mode-Design.

Bei unseren Trenderhebungen befragen wir weiterhin die Mehrheit der Personen telefonisch. Weil immer mehr Menschen, vor allem Jüngere, online aktiv sind, erweitern wir das Stichprobendesign und unsere Ansprache, indem wir einen Teil der Personen online ansprechen und befragen.

Warum nicht der Umstieg auf Online allein?

Online-Befragungen allein können in Deutschland nach wie vor keinen Anspruch erheben, alle Menschen zu erreichen. Der Anteil der Bevölkerung, der nicht online ist, die sogenannten Offliner, nimmt zwar kontinuierlich ab, unterscheidet sich aber in verschiedener Hinsicht von der Grundgesamtheit unserer Trendbefragungen, den Wahlberechtigten. So sind vor allem ältere Menschen unter Offlinern überdurchschnittlich häufig vertreten. Unter älteren Menschen ist aber auch die Wahlbeteiligung höher, das Wahlverhalten unterscheidet sich zudem von Jüngeren. Dies gilt auch für Wertorientierungen, Einstellungen und Meinungen zu aktuellen Themen.

Warum soll ich überhaupt mitmachen?

Repräsentativ ist eine Umfrage dann, wenn die Auswahl der Befragten möglichst in allen Kriterien die zu erforschende Personengruppe in verkleinertem Maßstab abbildet.  Dies ist am besten mit einer Zufallsstichprobe zu erreichen, bei der jeder Wahlberechtigte die gleiche Chance besitzt, befragt zu werden.
Sollten Sie von uns zufällig ausgewählt worden sein, ist es wichtig, dass Sie teilnehmen, auch wenn Sie sich vielleicht nicht für politische Themen interessieren. Denn die Meinung aller Wahlberechtigen soll wiedergegeben werden und nicht nur derjenigen, die Politik aufmerksam verfolgen oder bereits wissen, was sie wählen werden.

Sollten Sie gerade keine Zeit für die Durchführung des Interviews haben, wird Sie der Interviewer fragen, ob er Sie zu einer anderen Zeit nochmals anrufen darf. Wir würden uns freuen, wenn Sie auf dieses Angebot eingehen könnten.

Wie kommen Sie an meine Telefonnummer?

Ein Computer greift auf eine Liste mit allen theoretisch existierenden Telefonnummern zurück und wählt daraus zufällig Telefonnummern für die Befragung aus. So erreichen wir auch Personen, die ihre Nummer nicht im Telefonbuch eintragen lassen.

Die 089-124711-3728 ist die Rufnummer, die Sie angezeigt bekommen, wenn Infratest dimap Sie zu aktuellen Themen, wie z.B. für den ARD-DeutschlandTREND, befragen möchte.

Dann können Sie sicher sein, hier geht alles mit rechten Dingen zu. Infratest dimap steht für angewandte wissenschaftliche Meinungsforschung unter strikter Einhaltung des Datenschutzes.

Wie werden die Personen für den Online-Teil der Befragung ausgewählt?

Die Personen werden aus einem Pool von ca. 150.000 Personen des Payback Online Panels per Zufallsverfahren ausgewählt.

Die Mitglieder des Panels werden aktiv aus den Mitgliedern des Offline-Kundenbindungsprogramms von Payback rekrutiert, dem deutschlandweit größten Konsumenten-Bonusprogramm, bestehend aus ca. 25 Mio. Verbrauchern bzw. gut jedem zweiten deutschen Haushalt.

Um professionelle Online-Panelisten auszuschließen, besteht beim Payback Online Panel keine Möglichkeit einer eigenmotivierten Selbstanmeldung. Die eigentliche Rekrutierung aus der Payback-Community geht vom Panel aus nicht vom Mitglied.

Weitere Informationen zum Payback Online Panel

Was passiert mit meinen Daten?

Bei der telefonischen Befragung werden Ihre Antworten auf unsere Fragen vom Interviewer direkt elektronisch erfasst und mit den Antworten anderer Befragter zusammen ausgewertet.
Ihre Antworten werden von der Telefonnummer getrennt, so ist eine Rückverfolgung der Daten einzelner Personen nicht möglich. Ihre Angaben werden ausschließlich in anonymisierter Form verwendet.

Beim Online-Panel-Anbieter liegen die personenbezogenen Daten (wie Name, E-Mail-Adresse, Kundennummer) und die während der Erhebung gesammelten Daten auf getrennten Plattformen. Infratest dimap und unseren Auftraggebern liegen für jedes Interview nur anonyme IDs vor, also keine personenbezogenen Informationen zu den Teilnehmern. Die Befragung wird ausschließlich auf Servern von infratest dimap gehostet.

Ich habe mitgemacht, jetzt möchte ich die Ergebnisse einsehen?

Wenn Sie von uns befragt wurden, bekommen Sie nach Abschluss der Befragung einen Hinweis, wann und wo die Umfragen veröffentlicht werden. Beispielsweise werden die Ergebnisse des ARD-DeutschlandTRENDs in der Regel am ersten Donnerstagabend des Monats in den Tagesthemen im Ersten von Ellen Ehni präsentiert. Sie finden die Ergebnisse zugleich immer auch auf www.tagesschau.de und auch auf unserer Webseite www.infratest-dimap.de.

Ich möchte gerne befragt werden, geht das?

Ein entscheidendes Merkmal qualitativ hochwertiger Stichproben ist, dass die Selbstrekrutierung ausgeschlossen ist. Ihr liegt in aller Regel ein spezielles Motiv zugrunde, zum Beispiel ein besonders starkes Interesse an einem Thema. Dies führt zu nicht korrigierbaren Verzerrungen der Ergebnisse. Daher werden die für unsere Umfragen zu befragenden Zielpersonen per Zufall ausgewählt. Sie können sich nicht selbst in die Stichproben rekrutieren.

Wie kommen repräsentative Ergebnisse zustande?

Repräsentativ ist eine Umfrage dann, wenn die Auswahl der Befragten möglichst alle interessierenden  Merkmale der zu erforschenden Personengruppe in verkleinertem Maßstab abbildet. Idealerweise erreicht man das mit einer reinen Zufallsstichprobe, bei der jede Person die gleiche Teilnahmechance hat. In der Praxis ist dies bei großen Personengruppen wie zum Beispiel allen Wahlberechtigten nicht möglich. Die Auswahl der Befragten für eine Stichprobe sollte sich an diesem Ideal orientieren und möglichst stark zufallsbasiert erfolgen, damit niemand einen subjektiven Einfluss auf die Stichprobe nehmen kann.

Exit poll

Wie entsteht die 18-Uhr-Prognose am Wahltag?

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Prognose und einer Hochrechnung am Wahltag?

Prognosen und Hochrechnung am Wahltag haben eines gemeinsam: Sie dienen dem Zweck, bereits vor der Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses möglichst genaue Aussagen über den Wahlausgang (Wahlsieger, Koalitionsmöglichkeiten) treffen zu können.
Eine Prognose, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale im Fernsehen bekannt gegeben wird, basiert in der Regel auf einer Exit Poll in einer repräsentativen Auswahl von Stimmbezirken. Dagegen fließen in die später veröffentlichten Hochrechnungen die von den amtlichen Wahlvorständen ausgezählten Ergebnisse ein. Sobald diese Stimmen in den ausgewählten Wahllokalen ausgezählt sind, werden sie von unseren "Korrespondenten" vor Ort an das Wahlstudio durchgegeben. Dort rechnen die Wahlforscher die übermittelten Teilergebnisse in ein wahrscheinliches Gesamtergebnis "hoch". Im Verlauf des Wahlabends ergänzen immer mehr Ergebnisse aus den Stimmbezirken und später aus den Wahlkreisen die Datenbasis und ermöglichen damit schrittweise immer genauere Hochrechnungen.

Kurz erklärt

Kann man Wahlergebnisse vorhersagen?

Warum Umfragen keine Prognosen sind

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim erklärte es im Rahmen des Projektes Die Debatte 2017 so:

Was ist eine Wählerwanderung?

Die Wählerwanderungsbilanz bietet die Möglichkeit, über die Veränderungen des Wahlergebnisses hinaus, Wählerströme abzubilden. Von besonderem Interesse sind hierbei die Salden der Austauschbewegungen zwischen den Parteien (Saldo = Differenz aus Zugewinn und Verlust).
So kann bei Verlusten einer Partei gezeigt werden, zu welchen Parteien ihre Wähler besonders stark abgewandert sind. Zur Berechnung der Wählerwanderungsbilanz werden anhand der Ergebnisse der Fragen nach aktueller und voriger Wahlentscheidung Wanderungsströme zwischen den Parteien bzw. "Haltequoten“ geschätzt.

In der Wanderungsbilanz von infratest dimap wird ferner berücksichtigt, dass sich die Wählerschaft zwischen zwei Wahlen verändert und zwar einerseits durch den Zuzug bzw. Wegzug von Wählern und andererseits durch neu hinzugekommene Wähler (Erstwähler) bzw. den Tod früherer Wähler. Weiterhin wird die Gruppe der Nichtwähler in die Bilanz einbezogen.
Die Annahmen über Größenordnung und Wahlverhalten dieser Gruppen beruhen auf amtliche Repräsentativstatistiken der letzten Wahlen, amtlichen Bevölkerungsstatistiken, repräsentativen Vorwahlerhebungen und der Exit Poll.