Baden-WürttembergTREND Oktober 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des SWR, der Stuttgarter Zeitung und der Südwestpresse
Hälfte der Bürger zufrieden mit der Landesregierung
Rund fünf Monate nach Amtsantritt stößt die Arbeit der grün-schwarzen Landesregierung bei der Hälfte der Bürgerinnen und Bürger auf ein positives Echo. 51 Prozent sind mit der Arbeit der Stuttgarter Koalition sehr zufrieden oder zufrieden, rund vier von zehn (43 Prozent) kommen zu einem kritischen Urteil. Die Landesregierung steht damit ähnlich da wie die Vorgängerregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann kurz vor der Landtagswahl im März.
Die Anhänger der Grünen bewerten die Regierungsarbeit zu großen Teilen wohlwollend (86:10 Prozent). Auch die Anhänger der CDU (67:29 Prozent) und der SPD (67:30 Prozent) vergeben mehrheitlich gute Noten. Bei den Anhängern der Linken halten sich Lob und Kritik in etwa die Waage (49:46 Prozent), in den Reihen der AfD überwiegt die Kritik deutlich (15:82 Prozent).
Politikerzufriedenheit: Ministerpräsident Özdemir baut Ansehen aus
Ministerpräsident Özdemir konnte sein Ansehen in den ersten Monaten seiner Amtszeit weiter ausbauen. Mit seiner Arbeit als Ministerpräsident sind aktuell 58 Prozent der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg zufrieden, plus 7 Punkte gegenüber März. Ein knappes Drittel (31 Prozent) äußert sich kritisch.
Der stellvertretende Ministerpräsident und CDU-Innenminister Manuel Hagel konnte seine Bekanntheit seit März etwas steigern, in eine bessere persönliche Bewertung übersetzt sich die höhere Sichtbarkeit bislang jedoch nicht: Er bekommt von 30 Prozent Lob (+1), 37 Prozent (+6) sind hingegen weniger oder gar nicht zufrieden mit seiner politischen Arbeit.
Das Ansehen von Regierungschef Özdemir reicht weit über die eigenen Anhänger hinaus. Die Grünen-Anhänger äußern sich nahezu geschlossen positiv (93 Prozent), aber auch die Anhänger der mitregierenden CDU (68 Prozent) sowie die Anhänger der SPD (78 Prozent) sind mehrheitlich zufrieden mit der Arbeit des Ministerpräsidenten. Bei den Anhängern der CDU genießt der Grüne- Ministerpräsident damit sogar etwas größeres Ansehen als der CDU-Parteivorsitzende Manuel Hagel, mit dessen Arbeit 61 Prozent der CDU-Anhänger zufrieden sind.
Grüne genießen sachpolitisch das größte Vertrauen, CDU büßt sichtbar ein
Wenn es um die Lösung der wichtigsten Aufgaben im Land geht, setzen die Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger anders als noch im März am ehesten auf die regierungsführenden Grünen. Ein gutes Viertel sieht die zentralen Landesaufgaben bei ihnen in guten Händen (27 Prozent; +5).
Der CDU trauen deutlich weniger Wahlberechtigte als im Vorfeld der Landtagswahl zu, die wichtigsten landespolitischen Probleme anzupacken (17 Prozent; -13). Der AfD attestieren wie im Frühjahr 16 Prozent (+/-0) eine entsprechende Lösungskompetenz. SPD (3 Prozent; -3), Linke (3 Prozent; +1) und FDP (2 Prozent; +/-0) überzeugen bei der Lösung der wichtigsten Landesaufgaben kaum.
Sonntagsfrage: Grüne stärkste Kraft, CDU schwächer, AfD schließt auf
Angesichts ihrer personellen und inhaltlichen Aufstellung sind die regierungsführenden Grünen in der politischen Stimmung in Baden-Württemberg klar stärkste Kraft. Würde am Sonntag ein neuer Landtag gewählt, kämen die Grünen auf einen Stimmenanteil von 30 Prozent und könnten ihr Wahlergebnis bestätigen (Wahlergebnis März 2026: 30,2 Prozent). Nicht an ihren Wählerrückhalt aus dem März anknüpfen kann die mitregierende CDU, die aktuell 23 Prozent in Aussicht hätte (29,7 Prozent). Die AfD kann sich auf 23 Prozent verbessern (18,8 Prozent) und zur CDU aufschließen. Sie verzeichnet damit einen neuen Bestwert im Südwesten. Die SPD läge bei 7 Prozent (5,5 Prozent), die Linke bei 6 Prozent (4,4 Prozent). Die FDP würde mit 4 Prozent (4,4 Prozent) erneut an der Mandatsschwelle scheitern. Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 7 Prozent.
Außerdem im aktuellen Baden-WürttembergTREND:
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- Jeder Zweite wäre offen für Reformen auch bei persönlichen Einschnitten
- Kommunale Finanzlage: Mehr als drei Viertel plädieren für stärkere Unterstützung durch das Land
- Wichtigste kommunale Probleme: Verkehr, Wirtschaft, Schulen und Wohnen
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