Mecklenburg-VorpommernTREND September II 2026
Repräsentative Studie im Auftrag der ARD
Zehn Tage vor der Landtagswahl: AfD klar vorn
Am 20. September sind in Mecklenburg-Vorpommern ca. 1,3 Mio. Wahlberechtigte aufgerufen, neu über die Zusammensetzung des Schweriner Landtages zu entscheiden. Die SPD, die im Nordosten seit 1998 den Ministerpräsidenten stellt und seit 2021 mit der Linkspartei regiert, käme bei einer Wahl zum aktuellen Zeitpunkt auf 33 Prozent (+1 zu Anfang September). Sie bliebe damit hinter der AfD, die derzeit Aussicht auf 38 Prozent (+3) hätte. Die Linke könnte mit 9 Prozent (-2), die CDU mit 7 Prozent (-1) rechnen. Die Grünen wahren mit 5 Prozent ihre Chance auf einen Wiedereinzug in den Schweriner Landtag. Das BSW würde dagegen mit derzeit 4 Prozent (+/-0) an der Mandatsschwelle scheitern. Ebenfalls 4 Prozent entfielen zusammen auf die übrigen Parteien, darunter die FDP (2021: 5,8 Prozent).
Die SPD würde bei einem solchen Wahlausgang ihr Ergebnis von 2021 (39,6 Prozent) deutlich verfehlen, die AfD ihr damaliges Resultat (16,7 Prozent) mehr als verdoppeln. Die Linke läge etwa auf dem Niveau von vor fünf Jahren (9,9 Prozent). CDU (13,3 Prozent) und Grüne (6,3 Prozent) würden schlechter abschneiden als zuletzt, wobei den Christdemokraten im Nordosten ein bundesweiter Tiefstand bei Landtagswahlen droht.
Die aktuelle Sonntagsfrage ist die letzte Messung von Wahlabsichten durch infratest dimap vor der Landtagswahl. Bewegungen in den verbleibenden zehn Tagen sind damit nicht ausgeschlossen, Rückschlüsse von den über die Sonntagsfrage ermittelten Wahlneigungen auf das Wahlverhalten und den Ausgang der Wahl am 20. September somit nur begrenzt möglich. Jeder zehnte Wahlberechtigte (10 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für drei Viertel der Wahlberechtigten (74 Prozent) steht die Wahlentscheidung fest. Ein Sechstel (16 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Gut jeder Zweite für SPD-geführte Landesregierung
Anders als zuletzt in Sachsen-Anhalt überwiegt im Nordosten eher der Wunsch nach politischer Kontinuität: 55 Prozent (-1 zu Anfang September) der Wahlberechtigten favorisieren eine Fortsetzung SPD-geführter Landesregierungen in Mecklenburg-Vorpommern, während ein Drittel (32 Prozent; +1) einen Regierungswechsel zugunsten der AfD favorisiert.
Die Präferenz für eine fortgesetzt SPD-geführte Landesregierung gründet auch auf einem Sympathiegefälle zwischen Ministerpräsidentin und AfD-Herausforderer. Mit einem Zuspruch von 58 Prozent (+1 zu Anfang September) reicht Manuela Schwesig an ihr Ansehen von vor fünf Jahren zwar nicht heran, die 52-jährige SPD-Politikerin bleibt aber mit Abstand die populärste Spitzenkandidatin zur Landtagswahl. Mit weniger als halb so viel Zuspruch folgen im Politikerurteil Leif-Erik Holm von der AfD (27 Prozent; -2 zu Mai) und Linken-Vize-Ministerpräsidentin Simone Oldenburg (27 Prozent; +/-0 zu Anfang September). Zu Daniel Peters von der CDU äußern sich 13 Prozent (+/-0) positiv, zur Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller 10 Prozent (+1). Beide Politiker sind einer Mehrzahl der Wahlberechtigten im Bundesland kein Begriff.
In der direkten Entscheidung zwischen Manuela Schwesig und Leif-Erik Holm ziehen 59 Prozent (-1 zu Anfang September) die SPD-Amtsinhaberin vor, 28 Prozent (+3) setzen auf den AfD-Mann.
Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern
Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung
1.556 Befragte
(861 Telefoninterviews und 695 Online-Interviews)
07. bis 09. September 2026
2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%
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