Mecklenburg-VorpommernTREND September 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des NDR
Sonntagsfrage Landtagswahl: SPD verkürzt Rückstand auf AfD
Gut zwei Wochen vor der Landtagswahl liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern in der Sonntagsfrage weiterhin vorn, allerdings schmilzt ihr Vorsprung. Bei einem Wahlgang zum jetzigen Zeitpunkt käme die AfD auf 35 Prozent. Zum Juli gibt sie damit leicht nach (-1), während die SPD um 3 Punkte auf 32 Prozent zulegt. Leichte Verluste zum Juli hat die Linke mit 11 Prozent (-1) und die CDU mit 8 Prozent (-1) zu verkraften. Die Grünen wahren mit unverändert 5 Prozent weiterhin ihre Chance auf einen Wiedereinzug in den Schweriner Landtag. Das erstmals im Bundesland antretende BSW würde mit 4 Prozent (+/-0) an der Mandatsschwelle scheitern wie auch alle übrigen Parteien (5 Prozent; +/-0).
Im Vergleich zur letzten Landtagswahl bliebe die SPD deutlich hinter ihrem damaligen Ergebnis (39,6 Prozent) zurück, während die AfD ihre Wählerunterstützung von 2021 (16,7 Prozent) verdoppeln könnte. Die CDU würde nicht nur hinter ihren MV-Rekordtief von 2021 (13,3 Prozent), sondern auch hinter ihren deutschlandweiten Tiefstand von 1951 in Bremen (9,0 Prozent) zurückfallen. Die Linke läge leicht besser als vor fünf Jahren (9,9 Prozent), die Grünen etwas schwächer (6,3 Prozent). Die Liberalen, die 2021 die Fünfprozenthürde mit 5,8 Prozent sicher übersprungen hatten, blieben mit aktuell weniger als 3 Prozent weit davon entfernt.
Die Sonntagsfrage zur Landtagswahl misst Parteipräferenzen, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Teile der Wähler legen sich kurzfristig fest. Hierbei wirken das Themenumfeld sowie die Ansprache unentschlossener und taktischer Wähler unmittelbar vor der Wahl. Schlüsse auf spätere Wahlausgänge sind somit nur bedingt möglich.
Zufriedenheit mit Landesregierung wächst
Bei einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage wäre in Mecklenburg-Vorpommern das rot-rote Regierungsbündnis ohne rechnerische Mehrheit. Ein Grund liegt in einer nüchternen Bewertung der Schweriner Regierungsarbeit. Die Hälfte der Wahlberechtigten (49 Prozent (+7 zu Juli)) ist zwar zufrieden, 47 Prozent (-8) kommen aber zu einem kritischen Urteil. Der Zuspruch zur Regierungsarbeit fällt damit nach wie vor geringer aus als 2021 für die damalige rot-schwarze Koalition, allerdings ist das Ansehen für die Regierungsleistungen mit näher rückendem Wahltermin gewachsen. Abgesehen von den SPD- und Linken-Anhängern (92 bzw. 64 Prozent) findet die Schweriner Koalitionsarbeit mehrheitlich Unterstützung in den Reihen von Grünen (65 Prozent) und CDU (56 Prozent), während wie gehabt die Anhänger der AfD (11:85 Prozent) massiv Kritik üben.
AfD-geführte Landesregierung: mehrheitlich keine Wunschoption
Auch wenn die Arbeit der rot-roten Landesregierung nur jeden Zweiten überzeugt und die AfD in der Sonntagsfrage führt, überwiegt gut zwei Wochen vor dem Urnengang im Nordosten der Wunsch nach einer Fortsetzung SPD-geführter Landesregierungen: Für mehr als die Hälfte (56 Prozent) ist dies die Wunsch-Option für die Zeit nach der Landtagswahl, lediglich ein knappes Drittel (31 Prozent) favorisiert einen Regierungswechsel zugunsten der AfD. Für SPD-geführte Regierungsgeschäfte sprechen sich neben den SPD-Anhängern (98 Prozent) die Anhänger von Linken (95 Prozent), Grünen (89 Prozent) und auch der CDU (81 Prozent) aus. Die Unterstützung für eine AfD-geführte Staatskanzlei bleibt im Nordosten allein auf deren Anhänger (95 Prozent) begrenzt.
Besetzung der Schweriner Staatskanzlei: 60 Prozent für Schwesig, 25 Prozent für Holm
In der Frage der personellen Besetzung des Ministerpräsidentenamtes fällt das Meinungsbild in Mecklenburg-Vorpommern nochmals deutlicher gegen einen AfD-Regierungswechsel aus. In der direkten Entscheidung zwischen Manuela Schwesig und Leif-Erik Holm ziehen 60 Prozent die SPD-Amtsinhaberin vor, während 25 Prozent auf den AfD-Herausforderer setzen. Auch die mehrheitliche Unterstützung für den AfD-Bewerber um das Ministerpräsidentenamt beschränkt sich faktisch auf die eigene Wählerschaft (76 Prozent), während die Anhänger von SPD (98 Prozent), Grünen (84 Prozent), Linken (82 Prozent) und CDU (73 Prozent) mehrheitlich die SPD-Ministerpräsidentin bevorzugen.
Manuela Schwesig profitiert dabei von ihren positiven Zustimmungswerten im Bundesland. Mit einem Zuspruch von 57 Prozent reicht sie an ihr Ansehen von vor fünf Jahren zwar nicht heran, zieht aber aktuell mehr wohlwollende als negative Urteile auf sich, auch legt sie im Bevölkerungsurteil zum Juli (+4) zu. Hinter ihr folgt Simone Oldenburg. Mit der Linken-Vize-Ministerpräsidentin ist ein gutes Viertel (27 Prozent; +2) zufrieden, 36 Prozent vergeben für sie schlechte Noten. Die Listenplatz-Ersten der anderen Parteien sind gut zwei Wochen vor dem Wahltermin mit mehr oder minder großen Bekanntheitsdefiziten konfrontiert. Der formale AfD-Spitzenkandidat, Enrico Schult, ist zwei Dritteln kein Begriff, unter denen, die sich ein Urteil zutrauen, überwiegt die Kritik (14:20 Prozent). Zu Daniel Peters von der CDU äußern sich unverändert 13 Prozent positiv, 26 Prozent kritisch, während sich sechs von zehn mit einer Bewertung seiner Person schwertun. Die Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller zieht ebenfalls mehr Kritik als Lob auf sich (9:18 Prozent) und ist sogar drei von vier Wahlberechtigten kein Begriff. Mit dem Namen des FDP-Spitzenkandidaten Jakob Schirmer kann nur knapp jeder Siebte etwas anfangen.
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Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern
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