Nordrhein-WestfalenTREND Juni 2026

Repräsentative Studie im Auftrag des WDR

Sonntagsfrage: CDU und SPD verlieren, AfD, Grüne und FDP mit Zugewinnen

Im April kommenden Jahres findet in NRW die nächste Landtagswahl statt. Zehn Monate vor dem Urnengang liegt die CDU in den Wahlabsichten der Nordrhein-Westfalen weiter vor ihren Wettbewerbern, wenn auch schwächer als zuletzt. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt hätte die CDU 32 Prozent in Aussicht, 3 Punkte weniger als zu Jahresbeginn. Auch die SPD büßt zum Jahresbeginn 3 Punkte ein und würde momentan 17 Prozent erzielen. Ebenfalls auf 17 Prozent käme die AfD (+2), die damit im NRWTrend einen neuen Bestwert erzielt. Die in Düsseldorf mitregierenden Grünen wären viertstärkste Kraft mit 15 Prozent, sie verbessern sich zum Februar um 2 Punkte.

Chancen auf einen Landtagseinzug hätten aktuell neben den Linken mit 6 Prozent (+/-0) auch die Liberalen mit 5 Prozent (+1). Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 8 Prozent (+1). Bei einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage hätte das Regierungsbündnis aus CDU und Grünen eine knappe Mehrheit.

Rückläufige Regierungszufriedenheit

Die Bewertung der Düsseldorfer Regierungsarbeit fällt aktuell mehrheitlich kritisch aus: 42 Prozent der Wahlberechtigten sind mit den Regierungsleistungen zufrieden, 53 Prozent äußern sich unzufrieden. Damit wird die Landesregierung kritischer bewertet als zu Jahresbeginn. Auch die Arbeit des CDU-Ministerpräsidenten überzeugt mit aktuell 42 Prozent weniger Wahlberechtigte als im Februar; 40 Prozent bewerten Hendrik Wüst negativ.

Die schwarz-grüne Regierungsarbeit wird von den Anhängern der CDU (75 Prozent) und der Grünen (73 Prozent) mehrheitlich positiv bewertet. Auch unter den SPD- (49:46 Prozent) und FDP-Anhängern (46:53 Prozent) äußert sich jeweils knapp jeder Zweite zufrieden. Der CDU-Ministerpräsident findet außerhalb des Regierungslagers Zuspruch unter den Anhängern der SPD (47:38 Prozent). Überwiegend kritisch fallen die Urteile dagegen unter den Anhängern der FDP, der Linken und vor allem der AfD aus.

Zustand der öffentlichen Infrastruktur dominiert Problemwahrnehmung

Nach den jüngsten bundesweiten Ausfällen bei der Deutschen Bahn schnellt der Zustand der öffentlichen Infrastruktur auf der Themenagenda der Wahlberechtigten in NRW weit nach oben. Fast jeder Dritte (31 Prozent; +5 zu Februar) sieht die Landespolitik vor allem auf diesem Feld gefordert. Andere Themen wie Bildung (24 Prozent; +3) und Migration (20 Prozent; -6) folgen erst auf den weiteren Plätzen, wobei die Zuwanderungspolitik seit der letzten Erhebung erkennbar an Stellenwert verloren hat. Für unverändert 12 Prozent (+/-0) sind Fragen der sozialen Gerechtigkeit zentral. Jeweils 9 Prozent stellen aktuell Wirtschaftsprobleme (-3), Wohnungsmarkt (-1), Renten (+5) und Klimaschutz (+2) heraus.

Weitere Themen im aktuellen Nordrhein-WestfalenTREND: 

  • Abgekühlte wirtschaftliche Stimmung 
  • Brückenschäden in NRW: jeder Vierte im Alltag stark betroffen
  • Tempo beim Bürokratieabbau überzeugt weiterhin nicht  
  • Sommerurlaub 2026: jeder Vierte schränkt sich ein 
Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.139 Befragte
(669 Telefoninterviews und 470 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

22. bis 25. Juni 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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