SaarlandTREND November 2026

Repräsentative Studie im Auftrag des Saarländischen Rundfunks

Sonntagsfrage: SPD stärkste Kraft, CDU mit Rekordtief knapp hinter AfD 

Knapp sechs Monate vor der Landtagswahl bleibt die SPD in der politischen Stimmung im Saarland mit deutlichem Vorsprung stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten kämen bei einer Landtagswahl aktuell auf 33 Prozent. Im Vergleich zu Dezember letzten Jahres legt die SPD in der Sonntagsfrage sichtbar zu (+6), sie würde ihr Wahlergebnis von 2022 (43,5 Prozent) aber weiterhin klar verfehlen. Die Saar-CDU verliert zum Vorjahr an Wählerrückhalt (-5) und fällt mit 20 Prozent auf einen Rekordtiefstand im SaarlandTREND. Die Christdemokraten blieben damit hinter ihrem letzten Wahlergebnis (2022: 28,5 Prozent) zurück und fallen erstmals im SaarlandTREND auch hinter die AfD. Die AfD hätte 21 Prozent (-2) in Aussicht und könnte ihr Wahlergebnis von 2022 (5,7 Prozent) mehr als verdreifachen. Die Grünen, die zur letzten Wahl knapp an der Mandatsschwelle scheiterten (2022: 4,995 Prozent), könnten momentan mit 9 Prozent (+2) in den Landtag einziehen, ebenso die Linken mit 6 Prozent (-1). FDP (3 Prozent) und BSW (3 Prozent; +/-0) würden aktuell an der Mandatsschwelle scheitern. Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 5 Prozent.

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger mit Abstand populärste Politikerin im Saarland

Die Stärke der SPD im Saarland gründet nicht zuletzt auf der großen Popularität der Ministerpräsidentin. Anke Rehlinger bleibt die mit Abstand beliebteste Politikerin im Saarland. Im Vergleich zum Vorjahr kann sie an Sympathie gewinnen. Mit ihrer Arbeit sind aktuell knapp zwei Drittel der Saarländerinnen und Saarländer zufrieden (62 Prozent; +6), ein knappes Drittel (31 Prozent; -8) übt Kritik. Die eigenen Anhänger stehen nahezu geschlossen hinter der Ministerpräsidentin (93 Prozent), aber auch über das Lager der SPD hinaus entfaltet Anke Rehlinger Zugkraft. Mehrheitlich zufrieden mit ihrer Arbeit als Ministerpräsidentin sind auch die Anhänger der Grünen (72 Prozent), der CDU (60 Prozent) und der Linken (54 Prozent). In der AfD-Anhängerschaft überwiegt zwar die Kritik, aber immerhin drei von zehn Anhängern der AfD (29:65 Prozent) äußern sich wohlwollend zum Wirken der Ministerpräsidentin. Der Rückhalt für die SPD-Amtsinhaberin steigt wie zuletzt mit dem Alter und ist insbesondere bei Bürgerinnen und Bürgern ab 50 Jahren (66:30 Prozent) sowie ab 65 Jahren groß (70:26 Prozent). In der jüngeren Altersgruppe bis 34 Jahre überzeugt sie nicht in vergleichbarem Maße, aber auch hier äußert sich knapp die Hälfte lobend (49:34 Prozent). 

Mit dem CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Stephan Toscani sind 29 Prozent und damit etwas weniger Saarländerinnen und Saarländer (-5) als im vergangenen Jahr zufrieden, 42 Prozent sehen seine Arbeit kritisch. Auch bei ihm fällt der Rückhalt unter Älteren ab 65 Jahren (37 Prozent) sichtbar größer aus als unter Jüngeren bis 34 Jahren (17 Prozent). Der AfD-Landesvorsitzende Carsten Becker wird nahezu unverändert zum vergangenen Dezember kritisch bewertet (10:24 Prozent). Ihm ist es aber auch ein knappes halbes Jahr vor der Landtagswahl nicht gelungen, an Sichtbarkeit zu gewinnen. Zwei Drittel der Saarländerinnen und Saarländer (66 Prozent) kennen ihn nicht oder trauen sich kein Urteil zu seiner politischen Arbeit zu. 

Direktwahl Ministerpräsident/in: Rehlinger deutlich vor Toscani und Becker

Die Popularität der SPD-Amtsinhaberin spiegelt sich in den aktuellen Präferenzen der Saarländerinnen und Saarländer zur künftigen personellen Besetzung der Staatskanzlei. Mehr als die Hälfte 
(54 Prozent) würde sich bei einer möglichen Direktwahl für Anke Rehlinger als Ministerpräsidentin entscheiden. Ihre Herausforderer – von der CDU Stephan Toscani (15 Prozent), von der AfD Carsten Becker (6 Prozent) – finden nur geringe Unterstützung. Ein Viertel (25 Prozent) kann oder möchte sich nicht zwischen den drei Spitzenkandidierenden entscheiden. Die SPD-Anhänger stehen zu weiten Teilen hinter der Ministerpräsidentin (90 Prozent), ebenso aber die der Grünen (72 Prozent) und der Linken (73 Prozent). Auch in der Frage der Direktwahl punktet Anke Rehlinger stärker unter Älteren als unter Jüngeren. 

Stephan Toscani entfaltet wie bereits im Vorjahr sichtbar weniger Zugkraft in den eigenen Reihen, er kann nur etwas mehr als die Hälfte der CDU-Anhänger (54 Prozent) überzeugen. Immerhin ein knappes Drittel der CDU-Anhänger (31 Prozent) würde der SPD-Ministerpräsidentin den Vorzug geben. Auch bei den Anhängern der AfD kann die SPD-Politikerin jeden Fünften (22 Prozent) überzeugen. Für den eigenen Kandidaten Carsten Becker spricht sich im eigenen Lager ebenfalls nur jeder Fünfte aus (21 Prozent). Fast die Hälfte der AfD-Anhänger (47 Prozent) lässt keine Präferenz für einen der drei Kandidierenden erkennen. 

Außerdem im aktuellen SaarlandTREND: 

  • Zufriedenheit Landesregierung: Hälfte zufrieden
  • Gut die Hälfte für Brandmauer gegen rechts, Brandmauer gegen links wird mehrheitlich abgelehnt
  • Wirtschaftliche Stimmung leicht erholt, aber Pessimismus überwiegt weiter deutlich
  • Wichtigste Probleme: Wirtschaft, Arbeit und Bildung
  • Klima: Mehrheit fordert stärkere Bemühungen für den Klimaschutz
  • Migration: Knapp die Hälfte für stärkere Integrationsbemühungen
  • Bildung: Ausstattung der Schulen und Ausgleich von Unterrichtsausfall prioritär 
  • Parteikompetenzen: SPD gewinnt, CDU verliert an Sachvertrauen
  • Öffentliche Infrastruktur: Entwicklung stagnierend bis rückläufig

Saarland

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung im Saarland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.269 Befragte (675 Telefoninterviews und 594 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

26. Oktober bis 01. November 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

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