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Corona hat nur wenig Einfluss auf das Fahrradfahren in Deutschland

SWR

Das Fahrrad erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. 59 Prozent der Bundesbürger sind nach eigenen Angaben in ihrem Alltag zumindest hin und wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Gut jeder vierte Bundesbürger (27 Prozent) fährt täglich oder mehrmals pro Woche mit dem Rad. Etwa jeder Dritte (32 Prozent) nutzt das Rad mehrmals pro Monat oder seltener. Vier von zehn (41 Prozent) fahren in ihrem Alltag dagegen aktuell nicht mit dem Rad, darunter insbesondere ältere Bundesbürger über 65 Jahren (63 Prozent nutzen das Fahrrad nicht), ebenso Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen (61 Prozent nutzen das Fahrrad nicht). Angesichts der Corona-Pandemie hat sich die Fahrradnutzung der Bundesbürger insgesamt nur wenig verändert. Etwa jeder Zehnte nutzt das Fahrrad seit Ausbrauch der Pandemie häufiger (9 Prozent), ebenso viele seltener (9 Prozent). Sechs von zehn (60 Prozent) geben an, dass sich ihr Nutzungsverhalten kaum verändert hat. Insgesamt erwartet die große Mehrheit der Deutschen (78 Prozent) für sich auch nach dem Ende der Corona-Pandemie keine wesentliche Änderung bei der Fahrradnutzung, 15 Prozent gehen von einer Veränderung aus. Diejenigen, die aufgrund der Pandemie seltener als sonst mit dem Rad unterwegs sind, rechnen dagegen mehrheitlich mit einer Veränderung: 61 Prozent wollen ihr Nutzungsverhalten nach dem Ende der Pandemie wieder ändern.

Politik könnte mehr tun

41 Prozent finden, dass sich die Politik in Deutschland insgesamt zu wenig für die Belange der Radfahrer einsetzt. Gut ein Drittel (35 Prozent) findet den Einsatz angemessen, während 13 Prozent der Meinung sind, dass sich die Politik zu viel für die Belange der radfahrenden Bevölkerung einsetzt. Vor allem unter Vielfahrern überwiegt die Ansicht, dass die Politik zu wenig tut (60 Prozent). Insbesondere Schnellradwege fände gut die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) wichtig für ein gutes Radwegenetz. 36 Prozent schätzen die aktuelle Wegführung für Radfahrer zudem als zu unübersichtlich ein, darunter vor allem Großstadtbewohner (42 Prozent). Aufgrund des Autoverkehrs fühlen sich 39 Prozent beim Fahrradfahren oftmals unsicher. Eine Ansicht, die wiederum vor allem in Großstädten geteilt wird (43 Prozent). 35 Prozent vermissen in ihrer Gegend ausreichend sichere Abstellmöglichkeiten für ihr Fahrrad. Knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) würde bei schlechtem Wetter gerne mit dem Fahrrad auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen können. Insgesamt könnten sich 38 Prozent vorstellen, mit besser ausgebauten Radwegen öfter mit dem Rad zu fahren, darunter auch jeder fünfte Nichtfahrer (18 Prozent).

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.348 Befragte (882 Telefoninterviews und 466 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

29. bis 30. März 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%

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