Die 1980er Jahre als „Sehnsuchts-Jahrzehnt“. Für immerhin gut die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) trifft dies zu. Sie glauben, die Lebensumstände in der Bundesrepublik der 1980er Jahre seien insgesamt besser gewesen als die von heute. Nur ein knappes Viertel (23 Prozent) stuft das Leben in der Bundesrepublik von vor vierzig Jahren im Vergleich zur Gegenwart als schlechter ein.
Vergangenheitssehnsucht ist zum einen eine Frage des Alters: Von denjenigen, die am Ende der 1980er Jahre mindestens im Teenager-Alter waren und heute 50 Jahre und älter sind, sieht eine deutliche Mehrheit die Zustände der damaligen Bundesrepublik im Vorteil. Diejenigen, die nach dem Mauerfall und im wiedervereinigten Deutschland geboren wurden, tun sich mit einer Bewertung erwartungsgemäß schwerer. Zugleich stechen bei den unter 35-Jährigen die 1980er Jahre nicht ganz so strahlend heraus, während das Leben in der heutigen Bundesrepublik in ihrem Urteil im Vergleich am besten wegkommt. Auch das Einkommen prägt den Vergleich von Gegenwart und Vergangenheit: Je niedriger das Einkommen, desto wohlwollender wird die bundesdeutsche Vergangenheit von vor mehr als 35 Jahren bewertet. Schließlich zeigen sich klare Zusammenhänge zu den Parteipräferenzen der Bundesbürger. Die AfD-Anhänger treten dabei am stärksten als Nostalgiker der 1980er Jahre-Bundesrepublik hervor, die Grünen am wenigsten.
Die aktuelle Vergangenheitssehnsucht der Deutschen berührt verschiedene Felder, neben dem Zustand der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur (63 Prozent besser) insbesondere Möglichkeiten des sozialen Aufstieges (59 Prozent besser). Aber auch in Fragen der inneren (52:24 Prozent) und sozialen Sicherheit (50:24 Prozent) überwiegt das positivere Bild von den 1980er Jahren deutlich, ebenso bei der gefühlten Meinungsfreiheit (45:29 Prozent).





