Baden-WürttembergTREND Mai 2025
Repräsentative Studie im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung
Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU klar stärkste Kraft, Grüne knapp vor AfD
Die nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg findet planmäßig am 8. März 2026 statt. Rund zehn Monate vor dem Urnengang bleibt die CDU in der landespolitischen Stimmung im Vorteil. Sie hätte bei einer aktuellen Landtagswahl 31 Prozent in Aussicht. Im Vergleich zu Dezember letzten Jahres müssen die Christdemokraten zwar 2 Punkte abgeben, wären aber nach wie vor klar stärkste Kraft und könnten ihr Landtagswahlergebnis von 2021 (24,1 Prozent) deutlich verbessern. Die Grünen lägen anders als vor vier Jahren (32,6 Prozent) deutlich hinter der CDU. Nach einem Minus von 2 Punkten zu Dezember hätten sie derzeit 20 Prozent in Aussicht. Die AfD würde sich weiter verbessern, mit derzeit 19 Prozent (+4) ihr letztes Wahlergebnis (2021: 9,7 Prozent) mehr als verdoppeln und fast zu den Grünen aufschließen. Die SPD läge bei 10 Prozent (-3; 2021: 11,0 Prozent). Die Linke hätte 7 Prozent in Aussicht (2021: 3,6 Prozent). Die FDP käme auf 5 Prozent (+1; 2021: 10,5 Prozent). Das BSW würde mit unverändert 4 Prozent aktuell an der Mandatsschwelle scheitern. Alle übrigen Parteien lägen zusammen ebenfalls bei 4 Prozent.
Mehrheit zufrieden mit Grün-Schwarz, für 2026 aber CDU-geführte Regierung bevorzugt
Die amtierende grün-schwarze Landesregierung konnte ihr Ansehen seit vergangenem Herbst ausbauen und überzeugt erstmals seit März 2022 mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer politischen Arbeit (56 Prozent; +9 im Vgl. zu Oktober 2024). 40 Prozent kommen zu einem kritischen Urteil. Mehrheitlich Rückhalt findet die Landesregierung bei den Anhängern der Grünen (84:14 Prozent) sowie unter Anhängern der mitregierenden CDU (73:25 Prozent). Aber auch die Anhänger der SPD (62:34 Prozent) und der FDP (61:37 Prozent) kommen zu einem mehrheitlich wohlwollenden Urteil. Die Anhänger der Linken urteilen verhaltener, doch ebenfalls positiv (48:37 Prozent). Im Lager der AfD (17:80 Prozent) überwiegt die Unzufriedenheit.
Im bundesweiten Vergleich zählt die Landesregierung von Baden-Württemberg damit zu den wenigen, die in der Bevölkerung mehrheitlich Rückhalt finden. Dennoch besteht ein sichtbarer Wunsch nach einem Parteiwechsel an der Spitze der Regierung. Eine CDU-geführte Landesregierung nach der nächsten Landtagswahl präferieren aktuell 42 Prozent der Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen. Eine Grünen-geführte Landesregierung unterstützen zum aktuellen Zeitpunkt 29 Prozent der Wahlberechtigten. Eine Landesregierung unter Führung der AfD favorisiert ein knappes Fünftel der Bürgerinnen und Bürger (19 Prozent).
Direktwahl Ministerpräsident: Özdemir deutlich vor Hagel und Frohnmaier
Ginge es allein um die personelle Besetzung der künftigen Regierungsspitze, wären die Christdemokraten gegenüber den Grünen im Bundesland weiter im Nachteil. Wenn die Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 39 Prozent für Cem Özdemir entscheiden. Nur etwa halb so viele (18 Prozent) präferieren den CDU-Vorsitzenden Manuel Hagel. Markus Frohnmaier von der AfD wünschen sich 7 Prozent der Bevölkerung im Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.
Politikerzufriedenheit: Özdemir im Vorteil, Hagel großen Teilen unbekannt
Die Ministerpräsidentenpräferenz zugunsten des Grünen-Spitzenkandidaten baut auf einer sichtbaren Popularität des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers auf. Mit einem Zuspruch von 48 Prozent (-1 im Vgl. zu Dezember 2024) schneidet Cem Özdemir deutlich besser ab als die Spitzenpolitiker der anderen Parteien. An die Popularität des amtierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, den eine Mehrheit (61 Prozent; +5) und mehr Bürgerinnen und Bürger als Ende letzten Jahres für seine politische Arbeit loben, reicht Özdemir indes nicht heran. Der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel überzeugt aktuell ein Fünftel (21 Prozent; +4), 13 Prozent sind mit seiner Arbeit weniger oder gar nicht zufrieden. Dem Gros der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger ist er zehn Monate vor dem Wahlgang allerdings nicht oder nicht gut genug bekannt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch wird von 17 Prozent (+2) der Wahlberechtigten positiv bewertet, ein gutes Fünftel (22 Prozent) sieht sein politisches Wirken kritisch. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke wird von 13 Prozent (-1), der AfD-Landesvorsitzende Markus Frohnmaier von 8 Prozent (-1) wohlwollend bewertet.
Außerdem im aktuellen Baden-WürttembergTREND:
- Wichtigste Probleme in Baden-Württemberg: Zuwanderung, Bildung und Wirtschaft
- Wirtschaftliche Stimmung eingetrübt
- Kompetenzen: CDU in wichtigen Feldern vorn, Grüne mit deutlichen Einbußen
Wahlberechtigte in Baden-Württemberg
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07. bis 13. Mai 2025
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