Baden-WürttembergTREND Februar 2026

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

10 Tage vor der Landtagswahl: Grüne holen auf

Am 08. März sind die Wahlberechtigten in Baden-Württemberg aufgerufen, über die Zusammensetzung des nächsten Landtags zu entscheiden. Die Grünen, die seit 2011 den Ministerpräsidenten im Bundesland stellen, kämen bei einer Wahl zum jetzigen Zeitpunkt auf 27 Prozent. Die Grünen fielen damit hinter ihre letzten beiden Landtagswahlergebnisse (2021: 32,6 Prozent) und erstmals seit 2016 auch wieder hinter die Christdemokraten zurück. Im Vergleich zum letzten Baden-WürttembergTREND von vor einem Monat legen sie aber deutlich zu (+4) und schließen zu den Christdemokraten fast auf. Die CDU läge weiterhin besser als 2021 (24,1 Prozent), sie verteidigt mit 28 Prozent ihren Umfragevorsprung vor den Grünen momentan allerdings nur knapp und verliert zum Vormonat leicht an Rückhalt (-1). Letzteres gilt ebenso für die AfD (-2), die mit 18 Prozent ihr Landtagswahlergebnis von vor fünf Jahren (9,7 Prozent) weiterhin fast verdoppeln könnte. Die SPD bliebe mit 7 Prozent erstmals in Baden-Württemberg einstellig und würde damit ihren Abwärtstrend im Bundesland fortsetzen (2021: 11,0 Prozent; -1 zu Januar). Die FDP würde zwar gegenüber 2021 (10,5 Prozent; +1 zu Januar) einbüßen, wäre mit aktuell 6 Prozent  jedoch abermals im Landtag vertreten. Erstmals ins Landesparlament einziehen könnte die Linke, die momentan bei 5,5 Prozent (2021: 3,6 Prozent) und leicht schwächer liegt als zu Jahresbeginn (-1,5). Alle übrigen Parteien würden an der Mandatsschwelle scheitern, zusammen kämen sie auf 
8,5 Prozent.

Die aktuelle Sonntagsfrage ist die letzte Messung von Wahlabsichten durch infratest dimap vor der Landtagswahl. Bewegungen in den verbleibenden zehn Tagen sind damit nicht ausgeschlossen, Rückschlüsse von den über die Sonntagsfrage ermittelten Wahlneigungen auf das Wahlverhalten und den Ausgang der Wahl am 08. März somit nur begrenzt möglich. Jeder siebte Wahlberechtigte (14 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für zwei Drittel aller Wahlberechtigten (68 Prozent) steht die Wahlentscheidung fest. Jeder Sechste (18 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Sympathien für Regierungswechsel zugunsten der Union, weniger für einen Ministerpräsidenten Hagel

Wer in die Villa Reitzenstein einzieht, wird sicher erst am 08. März feststehen. In der Entscheidung zwischen einer Grünen-, CDU- oder AfD-geführten Landesregierung unterstützen 36 Prozent der Wahlberechtigten einen Führungswechsel zugunsten der CDU. Mit 34 Prozent favorisieren fast ebenso viele Wahlberechtigte die Fortsetzung einer Grünen-geführten Landesregierung, während sich 19 Prozent für eine Koalition unter Führung der AfD aussprechen. In der Wahl zwischen einer Grünen- und einer CDU-geführten Landesregierung verschiebt sich aufgrund entsprechender Sympathien vor allem aus dem AfD-Wählermilieu dagegen die Präferenz mit 48 zu 34 Prozent deutlich zugunsten einer CDU-geführten Landesregierung.

Damit unterscheidet sich die Situation vor der Wahl von der vor fünf Jahren. Zwar wurde der grün-schwarzen Regierungsarbeit wie aktuell (52 Prozent) auch 2021 von gut jedem Zweiten ein positives Zeugnis ausgestellt. Zugleich aber hatte sich damals im Vorfeld knapp die Hälfte (48 Prozent) für eine Grünen-geführte und nur jeder Dritte (33 Prozent) für eine CDU-geführte Landesregierung ausgesprochen.

Von personellen Sympathien gegenüber dem Spitzenkandidaten wäre ein möglicher Regierungswechsel in Baden-Württemberg kaum getragen. Jeder zweite Wahlberechtigte tut sich mit einem Urteil zum CDU-Spitzenkandidaten schwer. Die Popularität von Manuel Hagel bleibt mit 23 Prozent wohlwollenden Urteilen nicht nur deutlich hinter der des scheidenden Grünen-Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (59 Prozent), sondern ebenso hinter der des Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir (49 Prozent) zurück. In der Entscheidung zwischen einem MP Özdemir, einem MP Hagel und einem MP Markus Frohnmaier favorisieren 42 Prozent der baden-württembergischen Wahlberechtigten den Grünen-Politiker für das Ministerpräsidentenamt, 21 Prozent den CDU- und 11 Prozent den AfD-Politiker. Und auch bei einer Wahl zwischen dem Grünen- und dem CDU-Kandidaten hat Manuel Hagel mit 28 Prozent gegenüber Cem Özdemir mit 43 Prozent im Urteil der Baden-Württemberger klar das Nachsehen.

Baden-Württemberg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Baden-Württemberg

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.530 Befragte
(898 Telefoninterviews und 632 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

23. bis 25. Februar 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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