Baden-WürttembergTREND Januar 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung
Sonntagsfrage: CDU stärkste Kraft, Grüne verringern Rückstand auf die Union und ziehen an der AfD vorbei
Gut eineinhalb Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg bleibt die CDU in der landespolitischen Stimmung mit unverändert 29 Prozent zu Oktober stärkste politische Kraft. Sie würde zugleich besser abschneiden als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren (24,1 Prozent). Die regierungsführenden Grünen, die im Herbst erstmals knapp hinter der AfD lagen, können sich zu Jahresbeginn verbessern. Sie kämen derzeit auf 23 Prozent - ein Plus von 3 Punkten gegenüber Oktober. An ihr Ergebnis der letzten Landtagswahl reichen sie aber weiterhin nicht heran (2021: 32,6 Prozent). Die AfD kann ihr Rekordhoch aus dem Herbst mit 20 Prozent (-1) zwar nicht ganz bestätigen, würde aber ihr Wahlergebnis von 2021 verdoppeln (9,7 Prozent). Die SPD fällt mit aktuell 8 Prozent (-2) wie zuletzt im September 2019 auf ihren Tiefstwert im Baden-WürttembergTREND und würde auch ihren historischen Negativrekord von vor fünf Jahren (2021: 11,0 Prozent) nochmals verfehlen. Die FDP liegt bei unverändert 5 Prozent (2021: 10,5 Prozent). Die Linke könnte mit unverändert 7 Prozent erstmals auf einen Landtagseinzug in Baden-Württemberg hoffen (2021: 3,6 Prozent). Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 8 Prozent.
Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.
Regierungsführung nach der Landtagswahl: CDU weiterhin bevorzugt
Der aktuelle Vorsprung der CDU in der Sonntagsfrage spiegelt sich erneut in den Präferenzen für die nächste Legislaturperiode. Unverändert zu Oktober wünschen sich 40 Prozent der Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen eine CDU-geführte Landesregierung. Ein Drittel (32 Prozent; +3) sprechen sich für eine Regierung unter Führung der Grünen aus, ein Fünftel (19 Prozent; -2) präferiert eine Landesregierung unter Führung der AfD.
Politikerzufriedenheit: Özdemir weiterhin populärster Spitzenkandidat, Hagel gewinnt nur bedingt an Sichtbarkeit
Personell sind weiterhin die Grünen im Vorteil. Ihr Spitzenkandidat Cem Özdemir genießt nicht nur deutlich mehr Rückhalt als die Spitzenkandidaten der anderen Parteien, er ist auch der einzige, bei dem das Lob die Kritik überwiegt. Mit seiner politischen Arbeit überzeugt er knapp die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (47 Prozent +1 im Vgl. zu Oktober), 38 Prozent äußern sich kritisch. Manuel Hagel, dem Spitzenkandidaten und Fraktionsvorsitzenden der CDU, ist es auch eineinhalb Monate vor der Landtagswahl nur bedingt gelungen, an Sichtbarkeit zu gewinnen. Einer Mehrheit ist er nach wie vor kein Begriff (59 Prozent; -5). Unter denen, die sich ein Urteil über seine politische Arbeit zutrauen, überwiegt die Kritik leicht (19:22 Prozent). Markus Frohnmaier von der AfD ist knapp zwei Dritteln unbekannt (64 Prozent; -5), das negative Urteil überwiegt klar (10:26 Prozent). SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch verliert gegenüber Oktober leicht an Sympathie. Er wird von 13 Prozent (-3) der Wahlberechtigten positiv bewertet, ein Viertel (26 Prozent; +3) sieht seine Arbeit kritisch. Auch er ist einer Mehrheit nicht bekannt. Gleiches gilt für den FDP-Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke, mit dessen Arbeit 12 Prozent (+/-0) zufrieden, 25 Prozent (+2) unzufrieden sind.
Außerdem im aktuellen Baden-WürttembergTREND:
- Direktwahl Ministerpräsident: Özdemir deutlich vor Hagel und Frohnmaier
- Lösung zentraler Aufgaben: CDU genießt sachpolitisch das größte Vertrauen, Grüne anders als zuletzt knapp vor der AfD
- Wichtigste Probleme: Wirtschaft verdrängt Migration
- Wirtschaftliche Stimmung trübt sich weiter ein, nur wenige glauben an eine positive Entwicklung im nächsten Jahr
- Jeder Fünfte Erwerbstätige im Südwesten sorgt sich um seinen Arbeitsplatz
Wahlberechtigte in Baden-Württemberg
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14. bis 20. Januar 2026
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