BayernTREND Januar 2025
Repräsentative Studie im Auftrag des BR
Sonntagsfrage Bundestagswahl: CSU und AfD weiter mit Aussicht auf Zugewinne
In knapp sechs Wochen findet die vorgezogene Bundestagswahl statt. In Bayern haben CSU und AfD weiterhin Aussicht auf deutliche Zugewinne. Die CSU würde 42 Prozent erzielen, nach 31,7 Prozent zur letzten Bundestagswahl. Die AfD könnte ihr Ergebnis im Freistaat von 9,0 Prozent auf 16 Prozent steigern und würde wie schon zur Europawahl im vergangenen Jahr zweitstärkste Kraft.
Während die Grünen mit 14 Prozent in Bayern an ihr letztes Bundestagswahlergebnis anschließen könnten (2021: 14,1 Prozent), blieben SPD und FDP hinter ihrem Abschneiden von 2021 deutlich zurück: Die SPD käme nach 18,0 Prozent aktuell nur auf 10 Prozent. Die FDP müsste sich nach zweistelligem Ergebnis (10,5 Prozent) mit 4 Prozent begnügen. Ebenfalls Verluste gegenüber 2021 (7,5 Prozent) kämen im Freistaat auf die Freien Wähler zu, sie liegen derzeit bei 5 Prozent. Alle übrigen Parteien hätten zusammengenommen einen Stimmenanteil von 9 Prozent in Aussicht, darunter keine Partei mit einem Stimmenanteil von mindestens 3 Prozent. Im Vergleich zum letzten BayernTREND von Mitte November liegt die CSU schlechter (-3). Leicht schwächer liegt ebenso die AfD (-1). Grüne, SPD, Freie Wähler und FDP etwas besser (jeweils +1).
Zurückhaltung gegenüber allen Kanzlerkandidaten
Die Erwartungen an die Spitzenkandidaten der Parteien sind vor der Bundestagswahl begrenzt. Betroffen ist hiervon auch im Freistaat keineswegs allein SPD-Amtsinhaber Olaf Scholz, den sich 16 Prozent der Bayern für die kommenden Jahre als guten Kanzler vorstellen können. Auch Unions-Herausforderer Friedrich Merz stößt auf sichtbare Skepsis. 35 Prozent trauen zwar dem CDU-Politiker zu, ein guter Kanzler zu sein, 52 Prozent haben jedoch Zweifel. In Robert Habeck sehen 23 Prozent einen guten Kanzler, Alice Weidel gilt bei 16 Prozent als potenziell gute Besetzung für das Kanzleramt.
Wirtschaft und Migration wichtigste Problemthemen
Prägender als die Personalaufstellung der Parteien dürften für den Wahlgang Ende Februar die Problemwahrnehmungen und Lösungserwartungen der Bürger werden. Die Themen-Agenda der Bayern ist auch zu Jahresbeginn sichtbar durch ökonomische Fragen geprägt. Zugleich hat die Zuwanderung einen sichtbar größeren Stellenwert als zuletzt. Gefragt nach den wichtigsten Problemen, die die Bundespolitik nach der Wahl angehen sollte, nennen 38 Prozent (+1 zu Mitte November) die Wirtschaft, 36 Prozent (+10) die Migration. Der Umwelt- und Klimaschutz ist für etwa jeden Sechsten (17 Prozent; +1) die zentrale Herausforderung für die Zeit nach der Bundestagswahl, die krisenhafte außenpolitische Gesamtlage für 14 Prozent (-6). Unverändert 12 Prozent (+/-0) drängen in erster Linie auf die Lösung bestehender sozialer Probleme.
Kompetenzvorsprung der Unions-Parteien auf relevanten Politikfeldern
Die aktuelle Problem-Agenda der Bürger kommt den Unions-Parteien zugute. Auf den aus Bürgersicht zentralen Feldern der Bundespolitik werden ihr in Bayern mit Abstand die meisten Kompetenzen zugewiesen. Dies gilt insbesondere für die Wirtschafts- (45 Prozent) und Außenpolitik (42 Prozent), aber auch in der Asyl- und Flüchtlingspolitik (36 Prozent) und selbst beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (30 Prozent). Die AfD wiederum profitiert von der hohen Themenaufmerksamkeit in Fragen der Zuwanderung, bei denen immerhin jeder fünfte Bayer (20 Prozent) mittlerweile im Bund auf die Rechtsaußenpartei setzt.
Die Grünen verteidigen ihr traditionelles Alleinstellungsmerkmal in der Klima- und Umweltschutzpolitik, bei der sie im Bundesland mit 35 Prozent nach wie vor eher als andere Parteien überzeugen. Die SPD tut sich im Kompetenzurteil der Bayern erkennbar schwer. In Gerechtigkeitsfragen wecken die Sozialdemokraten auch im Freistaat immer noch großes Vertrauen, mit 24 Prozent allerdings weniger als die Unionsparteien.
Außerdem im aktuellen BayernTREND:
- Wirtschafts- und sozialpolitische Wahlkampfforderungen
- Höhere Verteidigungsausgaben: Hälfte dafür, vier von zehn dagegen
- Reform der Schuldenbremse: Hälfte dagegen, vier von zehn dafür
- Wunschkoalitionen: kein eindeutiger Favorit
Wahlberechtigte zur Bundestagswahl in Bayern
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