BerlinTREND April 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des rbb
Historisch schwache Zufriedenheitswerte für Senat und CDU-Bürgermeister, vier Parteien Kopf-an-Kopf
In knapp fünf Monaten stehen in Berlin Abgeordnetenhauswahlen an. Die Sicht der Berlinerinnen und Berliner auf die landespolitischen Verantwortlichen fällt deutlich negativ aus. Mit der Arbeit des Senats sind gegenwärtig 17 Prozent zufrieden, acht von zehn üben Kritik. Ein neuer Tiefstwert für die schwarz-rote Landesregierung und im BerlinTREND unterboten nur durch den ersten rot-roten Berliner Senat nach seinem ersten Regierungsjahr.
Auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sieht sich mit einem persönlichen Tiefstand konfrontiert. Zu seiner Arbeit äußert sich ebenfalls nur knapp jeder Sechste (17 Prozent) wohlwollend, zwei Drittel geben sich unzufrieden. Kein Regierender Bürgermeister erzielte im BerlinTREND bislang geringere Unterstützungswerte als der CDU-Amtsinhaber. Zugleich können die politischen Wettbewerber von der Ansehensschwäche Kai Wegners nur bedingt profitieren. Die Spitzenkandidaten zur Abgeordnetenhauswahl von SPD, Linken, Grünen und AfD sind bislang nur einem Bruchteil der Berliner Wahlberechtigten ein Begriff und ziehen mehr Kritik als Lob auf sich.
Die Unzufriedenheit mit dem CDU-geführten Senat wie auch das Fehlen eines überzeugenden Kandidatentableaus auf Regierungs- wie Oppositionsseite spiegelt sich in den Wahlpräferenzen der Berliner. Eine auch für Berliner Verhältnisse unbekannte Zersplitterung der politischen Kräfteverhältnissen wäre aktuell die Folge. Keine Partei kommt in der Sonntagsfrage momentan über die 20-Prozentmarke, vier Parteien bewegen sich auf faktisch gleichem Unterstützungsniveau. Die CDU käme momentan bei einer Abgeordnetenhauswahl auf 19 Prozent (-3 zu Januar). Grüne (+2), Linke (+/-0) und AfD (+1) lägen mit jeweils 18 Prozent nur hauchdünn dahinter. Der CDU-Koalitionspartner SPD käme aktuell auf nur 14 Prozent (+/-0). Alle übrigen Parteien blieben von der Mandatsschwelle deutlich entfernt, darunter mit jeweils 3 Prozent BSW und FDP. Rechnerisch nötig wären für die Senatsbildung bei einem solchen Wahlausgang Drei-Parteien-Bündnisse, eine Fortführung des schwarz-roten Senatsbündnisses wäre ausgeschlossen.
Wahlberechtigte in Berlin
Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
1.155 Befragte (678 Telefoninterviews und 477 Online-Interviews)
23. bis 27. April 2026
2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%
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