HamburgTREND November 2024

Repräsentative Studie im Auftrag des NDR

Kritischere Sicht auf Lage der Hamburger Wirtschaft

Die Unterschiede zur Grundstimmung zur letzten Bürgerschaftswahl sind auch Ausdruck veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen: Die Zahl der Wahlberechtigten, die sich kritisch zur Situation der Wirtschaft im Bundesland äußern, hat sich gegenüber 2020 mit 39 Prozent (+27) fast verdreifacht. Gut die Hälfte (57 Prozent; -29) der Hamburger gelangt aktuell zwar zu einem positiven Urteil. Vor fünf Jahren hatten allerdings noch gut acht von zehn Bürgerinnen und Bürger (86 Prozent) die wirtschaftliche Lage an der Alster als gut bis sehr gut bewertet. Mehrheitlich Anstoß an der Situation der Wirtschaft in der Stadt nehmen AfD- (28:71 Prozent) und CDU-Anhänger (40:58 Prozent). Ein positives Urteil dominiert dagegen in den Reihen von Grünen (83:15 Prozent), SPD (79:19 Prozent) und auch der Linken (62:34 Prozent). 

Die Bewertung der Wirtschaftslage fällt gegenüber 2020 nüchterner aus, ohne dass zugleich eine wirtschaftliche Aufbruchsstimmung sichtbar wäre. Auf eine gebesserte Wirtschaftssituation im Bundesland binnen der kommenden zwölf Monate setzt weniger als jeder Zehnte (9 Prozent). Die Mehrheit der Hamburger Wahlberechtigten (60 Prozent) geht stattdessen von keinen wesentlichen Veränderungen im Jahresverlauf aus. Eine Verschlechterung erwartet in Hamburg jeder Vierte (25 Prozent), darunter die Mehrheit der AfD-Anhänger (59 Prozent).

Wichtigste Probleme: Verkehr, Wohnen, Zuwanderung, Wirtschaft

Die aktuelle Sicht auf die wirtschaftliche Lage im Bundesland spiegelt sich in einer gegenüber 2020 in Teilen veränderten Problemwahrnehmung der Hamburgerinnen und Hamburger. Auf die offene Frage nach den wichtigsten Problemen im Bundesland nennen 19 Prozent der Wahlberechtigten (+14 zu 2020) und damit etwa vier Mal so viele wie zur letzten Bürgerschaftswahl die Lage der Wirtschaft, einschließlich der Situation am Hamburger Hafen. Auch Migrationsfragen haben einen deutlich höheren Stellenwert für die Hamburger als zur letzten Bürgerschaftswahl, sie werden derzeit von ca. jedem Fünften (20 Prozent; +8) als zentrale Herausforderung für die Landespolitik thematisiert. Bestimmt wird die Problemsicht der Wahlberechtigten aber nach wie vor durch zwei andere Themenfelder, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie vor fünf Jahren. So sehen derzeit 33 Prozent (-6) die Hamburger Landespolitik vor allem bei Verkehrsthemen gefordert, 29 Prozent (-4) in Fragen der Wohnungspolitik.

Andere Themen stehen auf der Problemagenda hinter Verkehr, Wohnen, Zuwanderung und Wirtschaft deutlicher zurück. Hierzu gehören Schule und Bildung (14 Prozent; -5), soziale Ungerechtigkeit (13 Prozent; +3) und innere Sicherheit (11 Prozent: +5), aber auch der Umwelt- und Klimaschutz (9 Prozent; -9). Letzterer wird momentan nur halb so häufig thematisiert wie 2020 zur letzten Bürgerschaftswahl.     

Sonntagsfrage Bürgerschaftswahl: weiter klare Mehrheit für SPD und Grüne

Bei einer Bürgerschaftswahl zum jetzigen Zeitpunkt blieben SPD und Grüne jeweils hinter ihren Wahlergebnissen von 2020 zurück, kämen zusammen derzeit jedoch auf eine erneut sichere Mehrheit an der Alster. Die SPD würde momentan 30 Prozent (+/-0 zu Februar) erzielen. Die Sozialdemokraten liegen damit in der Sonntagsfrage wie zu Jahresbeginn und klar vor allen anderen Hamburger Parteien. Ebenfalls auf gleichem Unterstützungsniveau wie im Februar bewegen sich die Grünen mit aktuell 21 Prozent (+/-0).

Hinter den Grünen folgt mit geringfügig schwächerem Wert als zu Jahresbeginn die CDU. Die Christdemokraten kämen derzeit auf 19 Prozent (-1) und würden weiterhin besser abschließen als zur letzten Bürgerschaftswahl. Mit aktuell 9 Prozent läge ebenso die AfD über ihrem Wahlergebnis von 2020, gegenüber Februar dieses Jahres ergeben sich für die Partei jedoch keine Veränderungen (+/-0). Die Hamburger Linke würde ihr letztes Bürgerschaftswahlergebnis derzeit klar verfehlen. Mit 6 Prozent (-1) liegt sie zugleich leicht schlechter als im letzten HamburgTREND, wäre aber mit Fraktionsstärke in der Bürgerschaft vertreten. Alle übrigen Parteien hätten diese Aussicht gegenwärtig nicht: Das BSW könnte mit 4, FDP und Volt mit jeweils 3 Prozent rechnen. Auf die restlichen Parteien entfielen momentan zusammen 5 Prozent der Stimmen.  

Außerdem im aktuellen HamburgTREND:

  • Rot-grüne Senatsarbeit: Zuspruch überwiegt, aber geringer als 2020
  • Politikerzufriedenheit: Tschentscher am populärsten  
  • Bürgermeisterpräferenz: Tschentscher klar im Vorteil
  • Bundespolitische Wahlmotive bedeutsam für AfD-Anhänger

Hamburg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Hamburg

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.177 Befragte
(691 Telefoninterviews und 486 Online-Interviews)


Erhebungszeitraum

20. bis 25. November 2024

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

Das könnte Sie auch interessieren
ARD-DeutschlandTREND

@infratestdimap

Wissen, was Deutschland denkt.
Umfrageergebnisse von infratest dimap.

X.com Folgen Sie uns auf X.com