HamburgTREND Februar II 2025

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Wahlpräferenzen zehn Tage vor der Bürgerschaftswahl: SPD deutlich vor Grünen und CDU

Am 02. März und damit nur eine Woche nach der Bundestagswahl sind die Hamburger Wahlberechtigten aufgefordert, über die Zusammensetzung der nächsten Bürgerschaft zu entscheiden. Trotz terminlicher Nähe zur Bundestagswahl möchte sich die Mehrheit der Hamburger zur Bürgerschaftswahl von landespolitischen Überlegungen leiten lassen (59 Prozent). Nur vier von zehn (37 Prozent) geben an, sich in erster Linie an der Bundespolitik orientieren zu wollen, darunter insbesondere Anhänger der AfD. 
Die Parteipräferenzen der Hamburger spiegeln zehn Tage vor der Wahl sichtbar landesspezifische Gegebenheiten. Bei einer Bürgerschaftswahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die SPD auf 32 Prozent. Die Grünen hätten 18 Prozent in Aussicht. Beide Parteien blieben deutlich hinter ihrem Abschneiden zur letzten Bürgerschaftswahl zurück, könnten aber die ersten beiden Plätze im Hamburger Parteiensystem verteidigen, die Grünen allerdings nur knapp. Die CDU läge deutlich über ihrem Rekordtiefstand von 2020 und käme auf 17 Prozent. Die Linke würde mit 10 Prozent ihren Rekordwert von 2020 verbessern. Auch die AfD hätte mit derzeit 10 Prozent ein Bestergebnis an der Alster in Aussicht. Die FDP läge erneut unter der Mandatsschwelle, was ebenso für Volt und das erstmals kandidierende BSW gilt, die jeweils 3 Prozent erreichen würden. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 4 Prozent. Im Vergleich zum letzten HamburgTREND von Anfang Februar legen Linke, SPD und AfD leicht zu, während der Rückhalt für die Grünen und die CDU leicht abnimmt.
Die aktuelle Sonntagsfrage ist die letzte Messung von Wahlabsichten durch infratest dimap vor der Bürgerschaftswahl. Bewegungen in den verbleibenden zehn Tagen sind damit nicht ausgeschlossen, Rückschlüsse von den über die Sonntagsfrage ermittelten Wahlneigungen auf das Wahlverhalten und den Ausgang der Bürgerschaftswahl am 02. März somit nur begrenzt möglich. Knapp jeder achte Hamburger Wahlberechtigte (12 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für drei Viertel aller Wahlberechtigten (75 Prozent) steht die Wahlentscheidung fest. Rund jeder Achte (13 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen. 
 

SPD-geführtes Kabinett und Tschentscher bevorzugt  

Anders als im Bund stehen die Zeichen bei der Hamburger Bürgerschaftswahl eher auf politische Kontinuität. Die SPD bleibt in der Sonntagsfrage zwar hinter ihrem Abschneiden von 2020 zurück, liegt aber weit vor ihren Wettbewerbern. Ihr Vorsprung in den Wahlabsichten der Hamburger spiegelt den Wunsch vieler nach einem erneut sozialdemokratisch geführten Senat. 42 Prozent favorisieren auch für die kommenden Jahre die SPD an der Spitze der Hamburger Landesregierung, 17 Prozent die CDU und 13 Prozent die Grünen. 
Die Unterstützung der Hamburger für einen SPD-geführten Senat fußt auf einem mehrheitlich positiven Urteil zur Arbeit des bestehenden Senats, ist aber auch personell begründet. Rund sechs von zehn Wahlberechtigten sind zufrieden mit den Hamburger Regierungsleistungen (59 Prozent), ein gutes Drittel übt Kritik (35 Prozent). In der Entscheidung zwischen dem SPD-Amtsinhaber und den Spitzenkandidaten von Grünen und CDU ziehen 49 Prozent der Wahlberechtigten Peter Tschentscher vor, während jeder Sechste Katharina Fegebank von den Grünen bzw. Dennis Thering von der CDU bevorzugt (jeweils 16 Prozent). 


Rot-Grün mit größerer Unterstützung als Rot-Schwarz

Gemäß der aktuellen Sonntagsfrage könnte die SPD das bestehende Senatsbündnis mit den Grünen fortsetzen. Rechnerisch möglich wäre für die Sozialdemokraten um Peter Tschentscher jedoch ebenfalls eine rot-schwarze Koalition. In der Entscheidung zwischen beiden Optionen setzt eine knappe Mehrheit der Wahlberechtigten allerdings auf eine Fortsetzung des bestehenden Senats (52 Prozent). Vier von zehn plädieren für eine Regierungsbeteiligung der CDU (40 Prozent). 
Die SPD-Anhängerschaft spricht sich mit großer Mehrheit für eine Weiterführung von Rot-Grün aus (71 Prozent). Ein Zusammengehen der SPD mit der CDU wünscht sich nur ein gutes Viertel der Anhänger der Sozialdemokraten (27 Prozent). 
 

Hamburg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Hamburg

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.308 Befragte
(768 Telefoninterviews und 540 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

17. bis 19. Februar 2025

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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