HessenTREND Juni 2025
Repräsentative Studie im Auftrag des HR
Regierungszufriedenheit: Schwarz-Rot ähnlich bewertet wie zuletzt
Seit Anfang 2024 regieren CDU und SPD zusammen in Hessen. Die Arbeit der schwarz-roten Landesregierung findet nach gut eineinhalb Jahren bei den Bürgerinnen und Bürgern ähnlich viel Zuspruch wie Kritik: 48 Prozent (+2 zu April 2024) äußern sich zufrieden zu den Leistungen des Rhein-Mansoori-Kabinetts, 45 Prozent (+3) sind unzufrieden. Die Sicht der hessischen Wahlberechtigten auf Schwarz-Rot ist damit weitgehend stabil und hat sich seit Frühjahr vergangenen Jahres nicht grundlegend geändert.
Zugleich unterscheidet sich das Urteil zur aktuellen hessischen Regierungsarbeit nicht wesentlich von dem zur schwarz-grünen Vorgängerkoalition im Herbst 2023. Letzterem entspricht, dass in der mehrheitlichen Wahrnehmung der Wahlberechtigten der Austausch des CDU-Junior-Partners in der hessischen Landespolitik kaum zu bemerken ist. Eine Sichtweise, die in den Reihen aller Wählerschaften überwiegt. Nur nach Ansicht gut jedes vierten Hessen (28 Prozent) hat der Koalitionswechsel von Schwarz-Grün auf Schwarz-Rot spürbare landespolitische Spuren hinterlassen, wobei 14 Prozent positive, ebenso viele negative Folgen betonen.
Wichtigste Probleme in Hessen: Zuwanderung, Bildung, Verkehr, Umwelt, Wohnen
Neben der Sicht auf die landespolitischen Verantwortlichen präsentiert sich die Wahrnehmung der wichtigsten landespolitischen Probleme im Bundesland weitgehend stabil. Als zentrale Aufgabe der Landespolitik gilt für die Bürgerinnen und Bürger die Zuwanderung (33 Prozent; +3 zu April 2024), gefolgt von Schule und Bildung (25 Prozent; -1). Sichtbare Bedeutung haben für die hessischen Wahlberechtigten trotz leicht gesunkenem Stellenwert nach wie vor ebenso die Bereiche Verkehrsinfrastruktur (13 Prozent; -4) sowie Umwelt und Klima (10 Prozent; -5). Hinzu kommt mit nahezu unverändertem Gewicht das Themenfeld Wohnen und Mieten (10 Prozent; -1).
Hessen-CDU dominiert weiter Kompetenzwahrnehmung
Die bestehende Themenlage kommt alles in allem der hessischen CDU entgegen. Den Christdemokraten wird bei der Lösung der aktuell drängenden landespolitischen Aufgaben mit Abstand das größte Vertrauen entgegengebracht: 29 Prozent (-4 zu Oktober 2023) setzen auf die CDU, weniger als halb so viele auf AfD (14 Prozent; +5) bzw. SPD (12 Prozent; -4). Knapp jeder zehnte Wahlberechtigte sieht die derzeit wichtigsten Probleme am besten bei den Grünen aufgehoben (9 Prozent; +/-0), während 5 Prozent (+4) die Kompetenz zu deren Lösung derzeit am ehesten mit der Linken verbindet. Im Vergleich zum Landtagswahlkampf vor gut eineinhalb Jahren zeigen sich leichte Veränderungen im Kompetenzurteil der Hessen: Die beiden Koalitionsparteien CDU und SPD binden dabei jeweils weniger, AfD und Linke wiederum mehr Sachvertrauen als noch im Herbst 2023.
Sonntagsfrage: CDU klar stärkste Landeskraft, FDP unter 5 Prozent, Linke darüber
Die dominierende Stellung der CDU in Hessen spiegelt sich in den bestehenden Parteipräferenzen. Bei einem Landtagswahlgang zum jetzigen Zeitpunkt kämen die Christdemokraten auf 36 Prozent (-1 zu April 2024). Die hinter der CDU liegende AfD findet trotz Zugewinns mit 18 Prozent (+2) dagegen nur halb so großen Wählerrückhalt. Weiter umkämpft ist der dritte Platz im hessischen Parteiensystem: Die Grünen hätten 14 Prozent (-1), die Sozialdemokraten 13 Prozent (-2) in Aussicht. Während die FDP mit 4 Prozent (-1) momentan nicht mehr im Landtag vertreten wäre, gelänge der Linken mit 6 Prozent der sichere Sprung über die Mandatsschwelle. Die Linken-Abspaltung BSW bliebe dagegen mit 3 Prozent (+/-0) weiter ohne Chance auf einen Parlamentseinzug. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 6 Prozent.
Außerdem im aktuellen HessenTREND:
- Angebot an bezahlbarem Wohnraum nicht nur in Großstädten enttäuschend
- Kaum Unterstützung für Feiertags-Verzicht
- Bundes-Sondervermögen: Investitionen in Bildung und Verkehrsprojekte favorisiert
Wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen
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1.150 Befragte
(675 Telefoninterviews und 475 Online-Interviews)
12. bis 18. Juni 2025
2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent
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