Mecklenburg-VorpommernTREND Januar 2025
Repräsentative Studie im Auftrag des NDR
Sonntagsfrage Bundestagswahl: AfD mit Aussicht auf deutlichen Zugewinn
In weniger als einen Monat sind die Wahlberechtigten auch in Mecklenburg-Vorpommern auf-gerufen, vorzeitig über die Zusammensetzung des 21. Deutschen Bundestages zu entscheiden. Mit Ausnahme der Grünen kommen nach dem jetzigen Stand auf die Partner der auseinan-dergebrochenen Ampel-Koalition auch im Nordosten deutliche Einbußen zu. Der Rückhalt der Sozialdemokraten würde sich gegenüber 2021 (29,1 Prozent) mit aktuell 15 Prozent nahezu halbieren. Die FDP läge unter 3 Prozent (2021: 8,2 Prozent). Allein die Grünen blieben in Mecklenburg-Vorpommern mit 8 Prozent etwa auf dem Niveau der letzten Bundestagswahl (7,8 Prozent).
Die AfD würde sich im Nordosten zu 2021 deutlich verbessern. Ihr Wählerrückhalt wäre mit 31 Prozent mehr als eineinhalbmal so hoch wie zur letzten Bundestagswahl (2021: 18,0 Prozent). Die CDU könnte sich zu 2021 (17,4 Prozent) leicht steigern, sie hätte 21 Prozent in Aussicht. Die Linke müsste sich mit 6 Prozent dagegen auf massive Einbußen zum letzten Wahlgang (2021: 11,1 Prozent) einstellen. Sie liegt in der Sonntagsfrage zugleich hinter der Partei-Abspaltung BSW, die derzeit in Mecklenburg-Vorpommern mit 11 Prozent rechnen könnte. Alle übrigen Parteien, einschließlich der Liberalen, kämen zusammen auf 8 Prozent. Im Vergleich zum letzten Mecklenburg-VorpommernTREND von Ende Oktober kann die AfD deutlich zulegen (+5), während die CDU und das BSW erkennbar (jeweils -4) verlieren und die SPD leicht abgibt (-1). Leicht besser als im vergangenen Herbst liegen dagegen Grüne (+3) und Linke (+2).
Sonntagsfrage Landtagswahl: weiter großer SPD-Rückstand auf AfD
Die nächste Landtagswahl findet in Mecklenburg-Vorpommern regulär erst im Herbst kommenden Jahres statt. Bei einem aktuellen Wahlausgang bliebe das jetzige Schweriner Regierungsbündnis aus SPD und Linken weiter ohne Mehrheit, zugleich wären für die Regierungsbildung wie zuletzt in Brandenburg, Thüringen und Sachsen bislang unbekannte politische Bündnisse nötig.
Die SPD mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig käme bei einem aktuellen Urnengang zum Landesparlament unverändert zu Oktober auf 22 Prozent. Sie liegt damit nach wie vor deutlich hinter der AfD, die im Bundesland 30 Prozent erzielen würde und sich zum Herbst nochmals verbessern kann (+2). Die CDU müsste bei einer Wahl zum Schweriner Landesparlament im Vergleich zu Oktober 2 Punkte abgeben und hätte 17 Prozent in Aussicht. Ebenfalls schwächer als zuletzt liegt das BSW, das mit 10 Prozent (-4) rechnen könnte. Dagegen können sich Linke und Grüne steigern. Die Linke käme derzeit auf 7 Prozent (+2), die Partei der Grünen auf 6 Prozent (+2). Die FDP läge im Nordosten aktuell bei 3 Prozent. Alle übrigen Parteien würden zusammen 5 Prozent erzielen, darunter ist keine Partei mit mindestens 3 Prozent. Eine Regierungsbildung gegen die AfD wäre entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage allein in einer SPD-geführten Drei-Parteien-Koalition mit CDU und unter Einschluss des BSW möglich.
Schweriner Regierungsarbeit: Unzufriedenheit überwiegt
Der Rückhalt für die Arbeit der landespolitisch Verantwortlichen fällt, wie andernorts, aktuell auch in Mecklenburg-Vorpommern weiter begrenzt aus: Kaum verändert zum vergangenen Herbst stellen 42 Prozent der Wahlberechtigten (-1) der Schweriner Regierungsarbeit ein positives Zeugnis aus. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten (54 Prozent; +/-0) ist weniger oder gar nicht zufrieden. Große Unterstützung finden die Leistungen des rot-roten Kabinetts nach wie vor bei den Anhängern der beiden Regierungsparteien SPD (79:19 Prozent) und Linkspartei (66:30 Prozent), aber auch die Anhänger der oppositionellen Grünen (69:31) zeigen sich mehrheitlich zufrieden mit der Landesregierung. Bei den Wählern des BSW überwiegt die Kritik leicht (45:49 Prozent). Die Anhänger der CDU (32:67 Prozent) äußern sich mehrheitlich, die der AfD (17:83 Prozent) wie gewohnt deutlich kritisch.
Außerdem folgende Themen im aktuellen Mecklenburg-VorpommernTREND:
- Politikerzufriedenheit: Schwesig überzeugt nach wie vor die Hälfte der Bürger
- Wichtigste landespolitische Probleme: Zuwanderung, Bildung, Wirtschaft
- Kompetenzen: Ein gutes Viertel traut keiner Partei die Lösung der wichtigsten Probleme zu
Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern
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