Mecklenburg-VorpommernTREND September 2025

Repräsentative Studie im Auftrag des NDR

Sonntagsfrage Landtagswahl: AfD und Linke legen zu, SPD, CDU und BSW verlieren 

Am 20. September 2026 findet in Mecklenburg-Vorpommern die nächste Landtagswahl statt. Der letzte Urnengang vor vier Jahren endete für die SPD unter Manuela Schwesig mit Rekordgewinn und dem besten Ergebnis (39,6 Prozent; +9,0) seit zwei Jahrzehnten. Die AfD (16,7 Prozent; -4,1) behauptete 2021 trotz Verlusten den zweiten Platz. Erneut mit dem dritten Rang vorliebnehmen musste die einstige Ministerpräsidentenpartei CDU. Sie sah sich im Nordosten ebenso mit einem Rekordtiefstand (13,3 Prozent; -5,7) konfrontiert wie die Linke (9,9 Prozent; -3,2), die einstellig blieb. Neben SPD, AfD, CDU und Linke zogen Grüne (6,3 Prozent; +1,5) und FDP (5,8 Prozent; +2,8) in den Schweriner Landtag ein, was beiden Parteien letztmals 2011 bzw. 2006 gelungen war. Obwohl erstmals sechs Fraktionen ins Schweriner Parlament einzogen, erlaubte 2021 die SPD-Stärke die erneute Bildung einer Zwei-Parteien-Koalition, wobei sich die Sozialdemokraten gegen die Fortführung von Rot-Schwarz und für die Wiederauflage von Rot-Rot entschieden. 

Ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl ist die landespolitische Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern in Bewegung. Die AfD könnte bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt mit einem Wähleranteil von 38 Prozent rechnen, ein deutliches Plus von 8 Punkten zum Jahresbeginn. Während die AfD damit einen Höchststand im Mecklenburg-VorpommernTREND erreicht, verzeichnen SPD wie CDU jeweils Tiefststände. Die SPD liegt mit 19 Prozent 3 Punkte schlechter als im Januar, die CDU büßt 4 Punkte ein und käme auf 13 Prozent. Die Linke kann sich mit 12 Prozent (+5) im Vergleich zum Jahresbeginn sichtbar verbessern. Dagegen liegt das BSW mit 7 Prozent (-3) schlechter als zuletzt, ebenso die Partei der Grünen, die mit 5 Prozent (-1) zudem um ihren Parlamentseinzug bangen müsste. Alle übrigen Parteien würden derzeit in Mecklenburg-Vorpommern klar an der Mandatsschwelle scheitern, darunter auch die FDP. Eine Regierungsbildung gegen die AfD wäre bei einem solchen Wahlausgang nur in SPD-geführten Vier-Parteien-Koalitionen möglich. 

Ob es der SPD in Mecklenburg-Vorpommern wie den Christdemokraten 2021 in Sachsen-Anhalt oder den Sozialdemokraten 2024 in Brandenburg gelingt, im Wahlkampf aufzuholen, bleibt offen. Die Sonntagsfrage misst Parteipräferenzen, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Teile der Wähler legen sich kurzfristig fest. Hierbei wirken das Themenumfeld sowie die Ansprache unentschlossener und taktischer Wähler unmittelbar vor der Wahl. Schlüsse auf spätere Wahlausgänge sind somit nur bedingt möglich.

Regierungsarbeit: Unzufriedenheit gestiegen 

Einer besseren Positionierung der Ministerpräsidentenpartei in der landespolitischen Stimmung steht zunächst eine kritische Sicht auf die Schweriner Regierungsarbeit entgegen. 57 Prozent der Wahlberechtigten (+3) und damit mehr als zu Jahresbeginn sind mit den Leistungen der SPD-geführten Koalition unzufrieden. 40 Prozent (-2) stellen dem Kabinett ein positives Zeugnis aus. Deutlich wohlwollend äußern sich die Anhänger der SPD (80:20 Prozent), mehrheitlich auch die Anhänger des Linken-Koalitionspartners (59 Prozent). In den Reihen der Grünen und CDU (55 bzw. 53 Prozent) ist jeweils etwa jeder Zweite zufrieden, in den Reihen des BSW (45 Prozent) etwas weniger als die Hälfte. Klar kritisch äußert sich die Gruppe der AfD-Anhänger (81 Prozent) sowie diejenigen, die derzeit keiner Partei zuneigen. 

Die aktuellen Zweifel an der Schweriner Regierungsarbeit beeinträchtigen die Gesamtsicht auf ein Vierteljahrhundert sozialdemokratisch geführter Landesregierungen im Bundesland. Nach 50 Prozent im Mai vergangenen Jahres vertreten aktuell 45 Prozent die Meinung, dass Mecklenburg-Vorpommern unter sozialdemokratischen Ministerpräsidenten vorangekommen ist. Mit 42 Prozent stellen fast genauso in Frage, dass die Regierungsarbeit der SPD das Bundesland in den letzten 27 Jahren vorangebracht hat, darunter wiederum insbesondere Anhänger der AfD.  

Kompetenzen: AfD im Vorteil, sinkendes Sachvertrauen in SPD, aber auch CDU

Neben Kritik an der Regierungsarbeit sieht sich die SPD ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl mit schwindendem Zutrauen in ihre Problemlösungsfähigkeiten konfrontiert. 15 Prozent setzen beim Angang der wichtigsten Aufgaben im Bundesland auf die Ministerpräsidentenpartei, nochmals etwas weniger als zu Jahresbeginn (-4 zu Januar). Mit 11 Prozent bindet zugleich auch die CDU im Nordosten weniger Sachvertrauen als im Januar (-4). Dagegen weckt die AfD sachpolitische Erwartungen wie nie zuvor im Bundesland: 30 Prozent (+9) der Wahlberechtigten trauen momentan der AfD die Lösung der wichtigsten landespolitischen Aufgaben zu, Ausdruck einer weiteren Normalisierung der Partei auch im Nordosten. Auf die Linke setzen unverändert 6 Prozent im Bundesland, auf das BSW (-2) und die Grünen jeweils 3 Prozent (-1). Die FDP (1 Prozent, +/-0) spielt im aktuellen Sachurteil der Bürgerinnen und Bürger keine Rolle. Weiter gewachsen ist zugleich die Zahl derer, die die bestehenden Probleme derzeit bei keiner Partei gut aufgehoben sehen bzw. sich mit einer Antwort schwertun, auf nunmehr 29 Prozent (+3). 

Weiter Themen im aktuellen Mecklenburg-VorpommernTREND:

  • Wichtigste landespolitische Probleme: Migration, Schule, Wirtschaft, Verkehr
  • Landespolitiker: Schwesig weiter mit Abstand am populärsten

Mecklenburg-Vorpommern

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.151 Befragte
(674 Telefoninterviews und 477 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

18. bis 23. September 2025

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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