Mecklenburg-VorpommernTREND Januar 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des NDR
Sonntagsfrage Landtagswahl: AfD schwächer, SPD legt deutlich zu
Am 20. September 2026 findet in Mecklenburg-Vorpommern die nächste Landtagswahl statt. In der momentanen politischen Stimmung wäre die AfD der Wahlgewinner. Bei einem Urnengang zum jetzigen Zeitpunkt könnte die Partei mit 35 Prozent (-3) im Bundesland rechnen, etwas weniger als im vergangenen Herbst. Trotz dieser Einbußen hätte die AfD damit ihr Wahlergebnis von 2021 (16,7 Prozent) weiterhin mehr als verdoppelt. Mit nach wie vor deutlichem Rückstand in der Sonntagsfrage folgt die SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Allerdings legt sie zum vergangenen September erkennbar zu und hätte gegenwärtig 25 Prozent (+6) in Aussicht.
Ohne Bedeutung für den Wettbewerb um die ersten beiden Plätze ist zu Beginn des Landtagswahljahres weiterhin die CDU. Sie kommt in der Sonntagsfrage unverändert zum Vorjahr auf 13 Prozent (+/-0). Die Linke liegt stabil bei 12 Prozent (+/-0). Das BSW könnte nach Thüringen, Sachsen und Brandenburg mit 6 Prozent (-1 zu September) auch in Mecklenburg-Vorpommern in das Landesparlament einziehen. Dagegen würden die Grünen mit derzeit 4 Prozent (-1) aus einem weiteren ostdeutschen Landtag herausfallen. Ebenso würde die FDP klar an der Mandatsschwelle scheitern, wie auch alle übrigen Parteien. Ein Wahlausgang entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage hätte in Schwerin weiterhin schwierige Mehrheitsverhältnisse zur Folge. Eine Zusammenarbeit mit der AfD wird bislang von allen anderen Parteien ausgeschlossen. Eine Regierungsbildung gegen die AfD wiederum wäre allein über ein Bündnis von SPD, CDU und Linken möglich.
Die Sonntagsfrage misst Parteipräferenzen, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Teile der Wähler legen sich kurzfristig fest. Hierbei wirken das Themenumfeld sowie die Ansprache unentschlossener und taktischer Wähler unmittelbar vor der Wahl. Schlüsse auf spätere Wahlausgänge sind somit nur bedingt möglich.
Ein Drittel für AfD-, ebenso viele für SPD-geführte Landesregierung
Die Landtagswahl im Herbst dürfte sich wie 2024 in Sachsen und Brandenburg auf eine Entscheidung zwischen der AfD und der Ministerpräsidentenpartei zuspitzen. Hierauf verweisen neben der aktuellen Sonntagsfrage die bestehenden Präferenzen für die Bildung der nächsten Landesregierung: Ein gutes Drittel der Wahlberechtigten im Bundesland favorisiert einen Regierungswechsel zugunsten der AfD (36 Prozent). Kaum minder viele (35 Prozent) ziehen den Fortbestand SPD-geführter Landesregierungen vor, darunter neben den SPD-Anhängern auch die Mehrheit der Linken- (68 Prozent) und immerhin ein Drittel der BSW-Anhänger (32 Prozent). Ein künftiges Kabinett unter CDU-Führung unterstützt in Mecklenburg-Vorpommern dagegen nur jeder Siebte (15 Prozent).
Direktwahl: 46 Prozent für Schwesig, 25 Prozent für Holm, 8 Prozent für Peters
Für eine auf SPD und AfD hinauslaufende Wahlkampfzuspitzung sind die Sozialdemokraten mit ihrer personellen Aufstellung weiterhin grundsätzlich im Vorteil. In der Entscheidung zwischen den Spitzenkandidaten von SPD, AfD und CDU für das Ministerpräsidentenamt spricht sich zu Beginn des Landtagswahlkampfes knapp die Hälfte (46 Prozent) für die SPD-Amtsinhaberin aus. Ein Viertel (25 Prozent) unterstützt den Ministerpräsidentenkandidaten der AfD, Leif-Erik Holm. Daniel Peters von der CDU favorisiert weniger als jeder Zehnte (8 Prozent) für die Schweriner Staatskanzlei.
Manuela Schwesig ragt zugleich im Bürgerurteil weiterhin heraus. Gut die Hälfte (53 Prozent; +3 zu September) stellt der SPD-Ministerpräsidentin ein positives Zeugnis für ihre Arbeit aus. Allerdings ist ihr Amtsbonus kleiner als 2021. Hinter der SPD-Politikerin folgt Linken-Bildungsministerin Simone Oldenburg, die kaum verändert ein Viertel der Wahlberechtigten (25 Prozent; +1) überzeugt. Der Zuspruch für die Vertreter der anderen Parteien bleibt dahinter zurück. Nikolaus Kramer, AfD-Fraktionsvorsitzender und gescheiterter Bewerber für die AfD-Landtagswahlliste, überzeugt 15 Prozent der Wahlberechtigten (+1). Zu Daniel Peters von der CDU äußern sich ebenfalls 15 Prozent (+2) wohlwollend. Claudia Müller, frisch gekürte Grünen-Spitzenfrau für den Landtagswahlkampf, kommt auf einen Zuspruch in der Bevölkerung von 9 Prozent, ist der großen Mehrzahl der Wahlberechtigten im Bundesland aber kein Begriff.
Weitere Themen im aktuellen Mecklenburg-VorpommernTREND:
- Regierungsarbeit: kaum veränderte Kritik
- Kompetenzen: AfD weiter im Vorteil, SPD legt aber zu
- Wichtigste Probleme: Schule verdrängt Migration, stärkere Gewichtung von Wirtschaft und Gesundheitsversorgung
- Sonntagsfrage Bundestagswahl: AfD mit sehr großem Vorsprung
- Deutliche Kritik an Demokratiepraxis
Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern
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