Mecklenburg-VorpommernTREND Mai 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des NDR
Sonntagsfrage Landtagswahl: AfD mit weiter deutlichem Vorsprung
In weniger als fünf Monaten findet die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Ein Urnengang zum aktuellen Zeitpunkt würde die politischen Kräfteverhältnisse im Nordosten erkennbar verändern. Die AfD hätte derzeit 36 Prozent in Aussicht. Zum letzten Mecklenburg-Vorpommern-TREND vom Jahresbeginn legt die AfD minimal zu (+1 zu Januar) und verteidigt ihren Vorsprung auf die SPD. Ihr Landtagswahlergebnis von vor fünf Jahren (16,7 Prozent) hätte die AfD mehr als verdoppelt. Die SPD liegt mit momentan 27 Prozent (+2) leicht besser als in der letzten Befragung. Hinter ihrem Landtagswahlergebnis von 2021 (39,6 Prozent) bliebe die Ministerpräsidentenpartei jedoch nach wie vor deutlich zurück.
Auch die CDU würde ihr letztes Landtagswahlergebnis im Nordosten verfehlen (13,3 Prozent). Sie kommt in der aktuellen Sonntagsfrage auf 10 Prozent (-3 zu Januar), fällt damit im Mecklenburg-VorpommernTREND auf ihren niedrigsten Wert und erstmals auch hinter die Linke. Der Schweriner Koalitionspartner der Sozialdemokraten liegt in der Sonntagsfrage mit 13 Prozent leicht besser (+1) als zu Jahresbeginn und erkennbar besser als zur Landtagswahl vor fünf Jahren (9,9 Prozent). Das 2024 neu gegründete BSW hätte mit 5 Prozent (-1) momentan weiterhin Chancen auf einen Landtagseinzug in Mecklenburg-Vorpommern. Anders die Grünen. Sie würden mit unverändert 4 Prozent gegenwärtig an der Mandatsschwelle scheitern und aus dem Schweriner Landtag herausfallen. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 5 Prozent (+/-0), darunter auch die FDP.
Die Sonntagsfrage zur Landtagswahl misst Parteipräferenzen, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Teile der Wähler legen sich kurzfristig fest. Hierbei wirken das Themenumfeld sowie die Ansprache unentschlossener und taktischer Wähler unmittelbar vor der Wahl. Schlüsse auf spätere Wahlausgänge sind somit nur bedingt möglich.
Nächste Landesregierung: gut ein Drittel für SPD-, ebenso viele für AfD-Führung
In einem Fünf-Parteien-Parlament mit AfD, SPD, Linken, CDU und BSW gemäß der aktuellen Sonntagsfrage wäre die Bildung einer Mehrheitskoalition gegen die AfD nur durch ein Bündnis von SPD, Linken und CDU möglich. Diese engen Kräfteverhältnisse spiegeln sich in den Präferenzen der Wahlberechtigten für die nächste Landesregierung: In der Entscheidung zwischen einem SPD-, AfD- oder CDU-geführten Kabinett sprechen sich 38 Prozent (+3 zu Januar) für eine fortgesetzt SPD-geführte Staatskanzlei aus. Mit 38 Prozent (+2) fällt die Unterstützung für einen Regierungswechsel zugunsten der AfD weiterhin gleich groß aus. Entsprechende Sympathien bleiben jedoch im Bundesland mehrheitlich auf deren eigene Anhängerschaft begrenzt. Die CDU spielt in den entsprechenden Abwägungen der Wahlberechtigten keine sichtbare Rolle. Nur 12 Prozent (-3) favorisieren eine Landesregierung unter CDU-Führung, nochmals weniger als zu Jahresbeginn.
Spitzenkandidaten: SPD bleibt im Vorteil
In einem auf SPD und AfD zugespitzten Wahlkampf kann die SPD im Nordosten weiterhin grundsätzlich auf Vorteile bei der personellen Aufstellung bauen. In der Entscheidung zwischen der SPD-Amtsinhaberin, dem AfD-Anwärter für das Ministerpräsidentenamt und dem CDU-Spitzenkandidaten spricht sich knapp die Hälfte (47 Prozent; +1 zu Januar) für Manuela Schwesig aus. Ein gutes Viertel (27 Prozent; +2) unterstützt Leif-Erik Holm von der AfD. Daniel Peters von der CDU favorisieren im Bundesland nur 6 Prozent (-2).
Zugleich setzt sich die SPD-Ministerpräsidentin weiterhin im Bürgerurteil insgesamt ab, ohne allerdings an frühere Zustimmungswerte im Bundesland anzuknüpfen. Gut die Hälfte (51 Prozent; -2 zu Januar) der Wahlberechtigten stellt Manuela Schwesig momentan ein positives Zeugnis für ihre Arbeit aus. Hinter ihr folgt mit deutlichem Abstand im Bürgerurteil AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm, zu dem sich drei von zehn im Bundesland zufrieden (29 Prozent) äußern. Linken-Bildungsministerin Simone Oldenburg überzeugt ein gutes Fünftel der Wahlberechtigten (22 Prozent; -3).
Die Spitzen der übrigen Landtagsparteien kämpfen gut vier Monate vor der Wahl mit deutlichen Bekanntheitsproblemen. CDU-Fraktions- und Spitzenkandidat Daniel Peters ist zwei Dritteln kein Begriff, 10 Prozent (-5) äußern sich wohlwollend zu seiner Person. Nur etwa jeder vierte Wahlberechtigte (23 Prozent) traut sich zu, Claudia Müller von den Grünen zu beurteilen, lediglich jeder Sechste (16 Prozent) Jakob Schirmer von der FDP. Die Grünen-Spitzenkandidatin überzeugt 8, der FDP-Spitzenmann 4 Prozent der Wahlberechtigten.
Regierungszufriedenheit: Kritik überwiegt
Der überwiegend positiven Beurteilung der Ministerpräsidentin steht weiterhin eine mehrheitlich kritisch bewertete Regierungsarbeit gegenüber. Überzeugte die SPD-geführte Landesregierung 2021, damals im Bündnis mit der CDU, knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern, sind es aktuell etwa vier von zehn (38 Prozent; -3 zu Januar). 58 Prozent (+3) im Bundesland beurteilen die Regierungsleistungen kritisch. Im Vergleich zum Jahresbeginn hat die Zahl der Kritiker der Schweriner Regierungsleistungen nochmals zu, die der Zufriedenen abgenommen.
Rückhalt für die Schweriner Koalitionsarbeit findet sich vor allem unter den Anhängern der SPD (78 Prozent). In den Reihen der in Schwerin mitregierenden Linken (53:44 Prozent), aber auch der oppositionellen CDU (53:46 Prozent) überwiegt aktuell jedoch ebenso der Zuspruch, wenn auch leicht. Die Anhänger des BSW (35:57 Prozent) äußern sich mehrheitlich, die der AfD (15:83 Prozent) deutlich kritisch.
Weitere Themen im aktuellen Mecklenburg-VorpommernTREND:
- Kompetenzen: AfD bindet mehr Erwartungen als SPD
- Wichtigste Probleme: Bildung, Migration, Wirtschaft
- Ökonomische Verunsicherung wächst
- Sonntagsfrage Bundestagswahl: AfD-Vorsprung gewachsen
Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern
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