Nordrhein-WestfalenTREND Juni 2025

Repräsentative Studie im Auftrag des WDR

Abermals leicht bessere Bewertung für schwarz-grünes Kabinett

Seit Sommer 2022 regieren CDU und Grüne zusammen in Nordrhein-Westfalen. Etwa die Hälfte der Wahlberechtigten im Bundesland (48 Prozent; +2 zu Oktober) gelangt nach drei Jahren zu einem positiven Urteil und ist mit den schwarz-grünen Regierungsleistungen zufrieden, die andere Hälfte (45 Prozent; -3) übt Kritik. Zum vergangenen Herbst fällt das Ansehen des Kabinetts leicht positiver aus. Im Vergleich der deutschen Landesregierungen liegt Schwarz-Grün mit seinem Bevölkerungsrückhalt in NRW im Mittelfeld. 
Die Anhänger der beiden Koalitionsparteien (CDU: 78 Prozent; Grüne: 67 Prozent) äußern sich weiterhin mehrheitlich zufrieden. In den Reihen der SPD als größter Oppositionspartei überwiegt derzeit ebenfalls das positive Urteil (58:39 Prozent). Die Anhänger der AfD (5:93 Prozent) äußern sich wie gehabt faktisch geschlossen kritisch. 

Sonntagsfrage: wenig Bewegung für CDU und Grüne, SPD auf Rekordtief, Linke bei 7 Prozent

In der Sonntagsfrage gibt es für die beiden Düsseldorfer Koalitionspartner nur geringe Veränderungen. Die CDU hätte bei einer Landtagswahl derzeit 39 Prozent in Aussicht, 1 Punkt weniger als im vergangenen Herbst. Die Grünen legen im gleichen Umfang (+1 zu Oktober) auf 15 Prozent zu. Die SPD liegt mit 16 Prozent (-2) schwächer als im letzten Oktober und fällt zugleich hinter ihren bisherigen Tiefstand im NRW-Trend von Januar 2021 zurück. Knapp hinter den Grünen folgt die AfD mit 14 Prozent (+1). Ebenfalls im Landtag vertreten wäre aktuell die Linke mit 7 Prozent. Dagegen wäre die FDP (+/-0) weiter ohne Chance auf einen Landtagseinzug, ebenso das BSW (-1). Beide Parteien würden 3 Prozent erzielen. Alle übrigen Parteien kämen zusammen ebenfalls auf 3 Prozent. 
Die Sonntagsfrage misst Wahlabsichten, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst zur Wahl abgeschlossen ist. Ein Teil der Wähler legt sich kurzfristig fest. Hierbei wirkt das Themenumfeld, aber auch der Wahlkampf mit der Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern. Schlüsse auf einen späteren Wahlausgang sind somit immer nur bedingt möglich.

Keine Wende in der Wirtschaftsstimmung, keine Mehrheit für Feiertags-Verzicht 

Die derzeitigen Wirtschaftsnachrichten für NRW geben den Bürgerinnen und Bürgern bislang kaum Anlass für einen grundlegenden wirtschaftlichen Stimmungsumschwung. Kaum verändert zum Herbst bezeichnen weiterhin zwei Drittel der Wahlberechtigten (65 Prozent; -2 zu Oktober 2024) die Situation der Wirtschaft im Bundesland als weniger gut oder schlecht. 31 Prozent (+3) gelangen zu einem positiven Urteil. Weiterhin ist jeder zehnte Erwerbstätige (10 Prozent; -1 zu Oktober) in Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, unter den Erwerbstätigen mit einfacher Bildung bleibt es knapp jeder Fünfte.  
Angesichts der deutschlandweit bestehenden konjunkturellen Probleme gibt es Ideen, die Zahl der gesetzlichen Feiertage zu reduzieren. In NRW finden entsprechende Vorschläge zur Ankurbelung der Wirtschaft wenig Unterstützung. Nur 11 Prozent stimmen der Streichung eines Feiertages in NRW uneingeschränkt zu, weitere 21 Prozent lediglich in Verbindung mit einem für andere Bundesländer gültigen Verzicht. Zwei von drei Wahlberechtigten (66 Prozent) aber sprechen sich generell gegen eine Feiertags-Streichung aus. 

Außerdem folgende Themen im aktuellen NRW-TREND:

  • Wichtigste kommunale Probleme: Verkehr, Migration, Bildung, Wohnen
  • Kommunalpolitik: alles andere als unwichtig
  • Zuspruch zur Olympia-Bewerbung von NRW 

 

 

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.165 Befragte
(684 Telefoninterviews und 481 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

23. bis 26. Juni 2025

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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