NRW-KommunalwahlTREND September 2025
Repräsentative Studie im Auftrag des WDR
Interesse an der Kommunalwahl
Am 14. September finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt, d.h. die Wahl der Stadt- bzw. Gemeinderäte, der Kreistage und Bezirksvertretungen in den kreisfreien Städten sowie von (Ober)-Bürgermeister(innen) und Landrät(inn)en, im Regionalverband Ruhr ferner die Wahl zur Verbandsversammlung.
Der bevorstehende Wahlgang zieht im Bundesland die Aufmerksamkeit von zwei Dritteln der Wahlberechtigten (67 Prozent) im Bundesland auf sich: 22 Prozent bekunden sehr stark, 45 Prozent stark an der Kommunalwahl in gut einer Woche interessiert zu sein. Für jeden Dritten (32 Prozent) haben die Kommunalwahlen einen weniger großen Stellenwert, sie bringen nach eigenen Angaben derzeit wenig (27 Prozent) oder kein Interesse (5 Prozent) gegenüber dem anstehenden Urnengang auf, darunter – korrespondierend mit regelmäßig geringeren Beteiligungsniveaus – insbesondere Jüngere (38 Prozent) sowie Wahlberechtigte mit einfachem Schulabschluss (42 Prozent). Mit etwas größerer Spannung als im Landesschnitt schauen Ältere (71 Prozent), aber auch Personen mit höherem Schulabschluss (72 Prozent) auf die Kommunalwahlen in eineinhalb Wochen.
Zufriedenheit mit Lebensbedingungen vor Ort
Das Gesamturteil zu den Lebensbedingungen in den nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden fällt vor der Wahl deutlich positiv aus. Drei Viertel der Wahlberechtigten (77 Prozent) äußern sich sehr zufrieden (14 Prozent) bzw. zufrieden (63 Prozent), nur ein gutes Fünftel (22 Prozent) weniger (17 Prozent) oder gar nicht zufrieden (5 Prozent). Hiervon abweichend gestaltet sich der Blick auf einzelne kommunale Felder. Allein bei der Gewährleistung von öffentlicher Sicherheit und Ordnung vor Ort überwiegt ein klar zufriedenes Urteil (60:39 Prozent). Nur etwa die Waage halten sich dagegen wohlwollende und kritische Wertungen zur wirtschaftlichen Lage (46:48 Prozent) in den Städten und Gemeinden, zum öffentlichen Nahverkehr (43:46 Prozent) und zur Situation von Schulen und Kitas (40:38 Prozent). Vorwiegend skeptisch bilanziert wird von den Wahlberechtigten die Integration von Ausländern (38:50 Prozent). Nochmals kritischer ist allerdings die Sicht auf den Zustand von Straßen, Brücken und Radwegen (30:69 Prozent) sowie die Lage am Wohnungs- und Mietmarkt (28:58 Prozent). Beides stellt vor der Kommunalwahl jeweils nur drei von zehn zufrieden.
Die lokalen Perspektiven variieren erkennbar zwischen den Anhängern der verschiedenen Parteien. Die AfD-Anhänger bewerten im Vergleich die Lebensbedingungen in den NRW-Städten und Gemeinden insgesamt (53:47 Prozent) am wenigsten wohlwollend. Ihnen gegenüber stehen die Grünen-Wähler (90:10 Prozent), die sich am zufriedensten äußern. Mit Blick auf konkrete Gegebenheiten vor Ort kommen die Anhänger von CDU (66 Prozent) und SPD (69 Prozent) vor allem zu einer positiven Bewertung von Sicherheit und Ordnung, während bei ihnen der Zustand der Verkehrswege auffallend wenig Zuspruch erfährt (CDU: 32 Prozent; SPD: 30 Prozent). Auch die Anhänger von Grünen (78 Prozent) und Linken (67 Prozent) äußern sich mehrheitlich anerkennend zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung in den Städten und Gemeinden, sie bewerten dagegen vor allem die Wohn- und Mietsituation (Grüne 31 Prozent; Linke 20 Prozent) zurückhaltend. Durchweg negativ gefärbt ist die Sicht der AfD-Anhänger auf die kommunalen Zustände im Bundesland, wobei die Ausländerintegration (13 Prozent) in ihren Reihen am wenigsten überzeugt.
Kommunalkompetenz
Für den Ausgang der Kommunalwahlen ist neben der aktuellen Themenlage und den antretenden Kandidaten nicht zuletzt das Vertrauen zur Lösung der vor Ort anstehenden Aufgaben und Probleme bedeutsam. Bei der Zuweisung entsprechender Kommunalkompetenzen durch die Wahlberechtigten sichern sich die Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen erkennbare Vorteile vor dem Wahlgang. Auf die CDU setzen im Bundesland 23 Prozent der Kommunalwahlberechtigten, gefolgt von der SPD mit 15 Prozent und der AfD mit 11 Prozent. 7 Prozent vertrauen beim Angang kommunaler Aufgaben am ehesten den Grünen, 4 Prozent lokalen Wählervereinigungen, Bürgerbündnissen und Listen, 3 Prozent der Linken, 2 Prozent der FDP. Der Vertrauensvorsprung der CDU in kommunalen Fragen besteht in Nordrhein-Westfalen vor allem bei älteren Wahlberechtigten. Während von den über 64-Jährigen knapp jeder Dritte (31 Prozent) auf die Union setzt, sind es bei den unter 35-Jährigen mit 16 Prozent nur etwa halb so viele. Damit liegt die CDU im Kompetenzurteil der Jüngeren nur knapp vor der AfD. 15 Prozent der Altersgruppe vertrauen bei der Lösung der wichtigsten lokalen Aufgaben der Rechtsaußenpartei, 13 Prozent der SPD. 8 Prozent von ihnen bevorzugen die Grünen, 7 Prozent die Linke.
Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen
Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung
5.550 Befragte
(3.300 Telefoninterviews und 2.250 Online-Interviews)
12. bis 28. August 2025
ca. 1,5 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent
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