Nordrhein-WestfalenTREND Februar 2026

Repräsentative Studie im Auftrag des WDR

Landesregierung überzeugt weiter knapp jeden Zweiten

CDU und Grüne regieren seit 2022 zusammen in Nordrhein-Westfalen. Etwa die Hälfte der Wahlberechtigten im Bundesland (48 Prozent; +/-0 zu Juni 2025) gelangt aktuell zu einem positiven Urteil und ist mit den Regierungsleistungen zufrieden, die andere Hälfte (49 Prozent; +3) übt Kritik. Der Zuspruch zur Regierungsarbeit in Düsseldorf bewegt sich damit auf dem Niveau vom vergangenen Sommer. Auch die Arbeit des CDU-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst überzeugt zu Jahresbeginn knapp jeden zweiten Wahlberechtigten (45 Prozent; -2 zu April 2024), während ihm vier von zehn (38 Prozent; +2) ein negatives Zeugnis ausstellen.

Die schwarz-grüne Regierungsarbeit wird in den Reihen von CDU (84 Prozent) und Grünen (67 Prozent) mehrheitlich wohlwollend bewertet, weiterhin aber auch von mehr als jedem zweiten SPD-Anhänger (58 Prozent). Zugleich punktet auch der CDU-Ministerpräsident nach wie vor weit über das Regierungslager hinaus und bis in das SPD-Wählermilieu (55:27 Prozent) hinein. Ablehnung zur Kabinettsarbeit wie zu den Leistungen des CDU-Regierungschefs signalisieren dagegen die Anhänger der Linken, vor allem aber die der AfD.

Wichtigste Probleme in NRW: Zuwanderung, Infrastruktur, Bildung

Gefordert sehen die Wahlberechtigten die Landespolitik aktuell insbesondere auf den Feldern von Migration (26 Prozent; -3 zu April 2024), öffentlicher Infrastruktur (26 Prozent; +6) und in der Bildungspolitik (21 Prozent; -4). Zuwanderung und Bildung haben für die Wahlberechtigten einen geringeren Stellenwert als zuletzt im NRWTrend vor knapp zwei Jahren gemessen.

Dagegen richtet sich die Problemsicht der Wahlberechtigten momentan vermehrt auf den Zustand der öffentlichen Infrastruktur im Bundesland. Ebenso gewinnen ökonomische und soziale Fragen für die Bürgerinnen und Bürger in NRW an Stellenwert: Für 12 Prozent (+3) ist die Lage der Wirtschaft am bedeutsamsten, für ebenso viele sind es Fragen der sozialen Gerechtigkeit (12 Prozent; +4). Jeweils jeder Zehnte problematisiert die Situation am Wohnungsmarkt (+/-0) bzw. die innere Sicherheit (-3), kaum minder viele und damit ebenfalls mehr als zuletzt die Situation am Arbeitsmarkt (9 Prozent; +2). 

Sonntagsfrage: Koalitionsparteien mit Verlusten, AfD vor den Grünen

In der Sonntagsfrage geben die beiden Düsseldorfer Koalitionspartner nach. Die CDU hätte bei einer Landtagswahl derzeit 35 Prozent in Aussicht, 4 Punkte weniger als im vergangenen Juni. Die Grünen büßen 2 Punkte ein und kommen auf 13 Prozent. Stärker als zuletzt liegt die SPD, die momentan mit 20 Prozent (+4) rechnen könnte. Noch vor den Grünen würde sich aktuell die AfD platzieren, sie hätte 15 Prozent (+1) in Aussicht. Ebenfalls im Landtag vertreten wäre aktuell die Linke mit 6 Prozent (-1). Dagegen wäre die FDP trotz Zugewinns (4 Prozent; +1) weiter ohne Chance auf einen Landtagseinzug. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent (+1).

Die Sonntagsfrage misst Wahlabsichten, kein Wahlverhalten. Ermittelt wird ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst zur Wahl abgeschlossen ist. Ein Teil der Wähler legt sich kurzfristig fest. Hierbei wirken das Themenumfeld, aber auch der Wahlkampf mit der Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern. Schlüsse auf einen späteren Wahlausgang sind somit immer nur bedingt möglich.

Weitere Themen im aktuellen Nordrhein-WestfalenTREND: 

  • SPD-Herausforderer 2027: Ott mit Bekanntheitsproblemen
  • Klimaneutrale Industrieregion NRW: 49 Prozent sehen Chancen, 42 Prozent Risiken für den Wirtschaftsstandort
  • Mehrheit für NRW-Braunkohleausstieg bis spätestens 2033
  • Ungebrochener Zuspruch zur Olympia-Bewerbung von NRW
  • Wenig Unterstützung für Einschränkungen von Teilzeit-Rechten
Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.164 Befragte
(683 Telefoninterviews und 481 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

26. bis 29. Januar 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

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