Rheinland-PfalzTREND August 2026

Repräsentative Studie im Auftrag des SWR

Neuer CDU-Ministerpräsident: Gordon Schnieder gewinnt etwas an Sichtbarkeit und Popularität

Nach 35 Jahren SPD-geführter Landesregierungen regiert in Rheinland-Pfalz wieder die CDU. Am 18. Mai wurde das Kabinett von Ministerpräsident Gordon Schnieder vereidigt. Gordon Schnieder hat seit der Landtagswahl im März an Bekanntheit und Popularität zugelegt. War der CDU-Politiker vor der Wahl fast der Hälfte kein Begriff (44 Prozent im März 2026), trauen sich inzwischen knapp zwei Drittel ein Urteil über seine Amtsführung zu. Die größere Bekanntheit schlägt sich in einer leicht höheren Zustimmung nieder. 38 Prozent sind aktuell mit seiner Arbeit zufrieden (+6 zu März 2026), ein gutes Viertel (26 Prozent; +2) äußert sich kritisch zu seiner Arbeit. An die Werte seines Amtsvorgängers Alexander Schweitzer am Ende der Legislaturperiode (45:32 Prozent im März 2026) kann Schnieder nach drei Monaten im Amt noch nicht ganz anknüpfen.

Drei Monate schwarz-rote Landesregierung: eher Skepsis als Euphorie

Die Popularität der Landesregierung bleibt hinter der des neuen CDU-Ministerpräsidenten zurück. Drei Monate nach Amtsübernahme ist ein Drittel (33 Prozent) mit der schwarz-roten Regierungsleistung zufrieden, gut die Hälfte (54 Prozent) unzufrieden. Mehrheitlich auf Rückhalt stößt die neue Landesregierung bei den Anhängern der Partei des Ministerpräsidenten (67:24 Prozent). In den Reihen des sozialdemokratischen Koalitionspartners fällt das Urteil deutlich verhaltener aus (45:45 Prozent), hier halten sich ebenso wie bei den Anhängern der Grünen (42:43 Prozent) Lob und Kritik die Waage. Bei den Anhängern der Linken (21:67 Prozent) und vor allem der AfD 
(11:81 Prozent) überwiegt die Unzufriedenheit deutlich.

Viele Wahlberechtigte tun sich allerdings auch schwer, nur drei Monate nach Amtsantritt bereits Veränderungen in der Landespolitik auszumachen. Immerhin ein knappes Drittel (30 Prozent) bescheinigt der Mainzer Regierung, erste Schritte für eine andere Politik im Bundesland eingeleitet zu haben, gut die Hälfte (55 Prozent) kann einen solchen Politikwechsel dagegen nicht erkennen. Zugleich zweifeln aber auch viele an der Strategiefähigkeit der Landespolitik. Dass es in der Landesregierung klare Konzepte zur Entwicklung des Bundeslandes für die kommenden fünf Jahren gibt, glauben 38 Prozent, die Hälfte (49 Prozent) ist hier skeptisch.

Lösung der wichtigsten Probleme: CDU verliert leicht, SPD deutlich an Sachvertrauen

Der Regierungsstart geht mit einem Verlust an Sachvertrauen für die beiden Koalitionspartner einher. Die Christdemokraten büßen in den Kompetenzzuweisungen der Wahlberechtigten im Vergleich zur Landtagswahl leicht, die SPD nach Verlust der Mainzer Staatskanzlei deutlich ein. Bei der Lösung der wichtigsten Aufgaben im Bundesland setzt aktuell ein Viertel der Wahlberechtigten (25 Prozent; -4 zu März) auf die CDU, gerade noch jeder Zehnte auf die SPD (10 Prozent; -14). Jeweils leicht verbessert zu März traut der AfD ein knappes Fünftel (18 Prozent; +2) am ehesten die Lösung der wichtigsten Aufgaben zu, den Grünen 8 Prozent (+2). Unverändert 4 Prozent setzen auf die Linke. Deutlich gewachsen im Vergleich zur Zeit des Wahlkampfes ist mit 28 Prozent (+16) vor allem der Anteil derer, die den Angang zentraler landespolitischer Aufgaben derzeit bei keiner Partei gut aufgehoben sehen.

Problemagenda: Bildung bleibt wichtigste Aufgabe, Umwelt und Klima gewinnen im Hitzesommer sichtbar an Bedeutung

Die zentrale Aufgabe für die Landespolitik bildet aus Sicht der Bevölkerung ähnlich wie zu Jahresbeginn das Thema Bildung 
(27 Prozent; -2 zu Januar). Für jeweils ein knappes Fünftel spielen Mobilität und Verkehr (18 Prozent; ±0) sowie Zuwanderungsfragen (18 Prozent; -4) die wichtigste Rolle.

Deutlich stärker in den Fokus gerückt ist nach den zurückliegenden Hitzewochen mit Rekordtemperaturen, Waldbränden und Pegeltiefständen am Rhein der Bereich Umweltschutz und Klimawandel, der für 17 Prozent (+13) die aktuell größte Bedeutung hat. Für 13 Prozent (±0) stehen Wirtschaftsfragen im Mittelpunkt.

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU stärkste Kraft, SPD in Rheinland-Pfalz erstmals hinter AfD

Drei Monate nach der Landtagswahl bleibt die CDU stärkste politische Kraft, würde aber mit aktuell 28 Prozent nicht ganz an ihr Ergebnis bei der Landtagswahl heranreichen (31,0 Prozent). Die AfD würde mit 24 Prozent stärker als beim Wahlgang im März abschneiden (19,5 Prozent) und läge erstmals im Rheinland-PfalzTREND auf Platz 2 und vor der SPD. Die Sozialdemokraten würden nach dem Verlust der Staatskanzlei ihr Wahlergebnis mit aktuell 19 Prozent  deutlich verfehlen (25,9 Prozent) und auf ein historisches Tief im Rheinland-PfalzTREND fallen.

Die Grünen würden mit 11 Prozent stärker als bei der Landtagswahl abscheiden (7,9 Prozent). Die Linke läge bei 5 Prozent (4,4 Prozent), Freie Wähler (4,2 Prozent) und FDP (2,1 Prozent) bei jeweils 3 Prozent. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent.

Rheinland-Pfalz

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online Befragung

Fallzahl

1.158 Befragte
(679 Telefoninterviews und 479 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

13. bis 18. August 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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