SaarlandTREND September 2024
Repräsentative Studie im Auftrag des Saarländischen Rundfunks
Wichtigste Probleme: Zuwanderung, Bildung und Wirtschaft
Die Themenagenda der Saarländer hat sich in den letzten eineinhalb Jahren massiv verschoben. Wie in anderen Bundesländern steht aktuell auch im Saarland das Thema Zuwanderung für die Bürger an erster Stelle. Sie ist für 31 Prozent (+17 im Vergleich zum März 2023) der Wahlberechtigten das drängendste Thema. Die Bildungspolitik stellt aus Sicht eines knappen Viertels (23 Prozent, -4) derzeit die größte landespolitische Herausforderung dar. Ökonomische Themen wie die Lage der Wirtschaft (22 Prozent, +1) und die Arbeitsmarktsituation (21 Prozent, -10) sind aus Sicht von jeweils etwa jedem Fünften besonders wichtig. 13 Prozent (-2) sehen in Verkehrsthemen das wichtigste Aufgabenfeld für die Landespolitik. Für genauso viele sind die Gesundheitsversorgung (13 Prozent, +7) und die innere Sicherheit (12 Prozent, +10) wichtige Themen, um die sich die Politik an der Saar vornehmlich kümmern sollte. Wie Zuwanderungsfragen haben auch diese beiden Themen deutlich an Relevanz gewonnen. Jeder Zehnte (9 Prozent,-4) thematisiert den Umwelt- und Klimaschutz als größte Herausforderung im Saarland.
Wirtschaftliche Stimmung deutlich verschlechtert
Die Sichtbarkeit von Wirtschafts- und Arbeitsmarktfragen auf der aktuellen Themen-Agenda der Saarländer geht einher mit einer sichtbar eingetrübten wirtschaftlichen Stimmung im Bundesland. Drei Viertel der Wahlberechtigten beurteilen aktuell die Lage der Wirtschaft in ihrem Bundesland als weniger gut (54 Prozent) oder schlecht (20 Prozent). Nur knapp ein Viertel hält die ökonomische Situation an der Saar für sehr gut (1 Prozent) bzw. gut (22 Prozent). Ähnlich kritisch fiel das Urteil der saarländischen Wahlberechtigten zuletzt in den 2000er Jahren aus.
Kritischere Sicht auf Landesregierung
Im aktuellen Themen- und Problemkontext tut sich auch die Landesregierung im Saarland nicht leicht. Das Urteil fällt deutlich kritischer aus als im letzten SaarlandTREND im März 2023, als noch eine Mehrheit die Arbeit der SPD-Landesregierung wohlwollend beurteilte. Aktuell sind 46 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden mit der Arbeit des Kabinetts, während sich jeder Zweite (51 Prozent) kritisch zu den Regierungsleistungen äußert.
Die Anhänger der SPD stehen nahezu geschlossen (85:14 Prozent) hinter der Regierungsarbeit ihrer Partei. Auch die Mehrheit der Grünen-Anhänger (74:23 Prozent) stellen der Regierung ein gutes Zeugnis für ihre Arbeit aus. In der CDU- (41:58 Prozent) und der BSW-Anhängerschaft (29:70 Prozent) überwiegt die Kritik deutlich. Noch deutlicher gilt dies für die Anhänger der AfD (10:87 Prozent), die nahezu einhellig eine kritische Sicht auf die SPD-Regierung haben.
Die Kritik an der Regierungsarbeit zielt auf die Mehrzahl der abgefragten Politikbereiche, insbesondere aber auf die Migrationspolitik (22:72 Prozent). Deutliche Unzufriedenheit ziehen ebenso die Bereiche Schule und Bildung (29:62 Prozent), Verkehr (31:65 Prozent), Wirtschaft und Beschäftigung (32:61 Prozent), innere Sicherheit (34:62 Prozent) und die Gesundheitsversorgung (36:61 Prozent) auf sich. Auch beim Hochwasser- (39:49 Prozent) und Klimaschutz (44:49 Prozent) überwiegt im Saarland das negative Urteil. Mehrheitlich honoriert werden dagegen die Anstrengungen der Landesregierung in Fragen der Energieversorgung (58:37 Prozent) und bei der Sicherung des kulturellen Angebots (63:29 Prozent).
Sonntagsfrage: SPD und CDU Kopf an Kopf
Bei einem Wahlgang zum aktuellen Zeitpunkt gäbe es im Saarland zwischen SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit leichtem Vorteil für die CDU. Die SPD käme bei einer Landtagswahl auf 29 Prozent, 9 Punkte weniger als zur letzten Umfrage vom März 2023. Sie läge damit knapp hinter der CDU, die zum letzten Jahr 3 Punkte zulegt und gegenwärtig 31 Prozent in Aussicht hätte. In der Wählergunst zulegen kann ebenso die AfD, die auf 14 Prozent (+4) käme. Dagegen liegen die Grünen im Saarland schwächer als zuletzt, sie müssten mit aktuell 5 Prozent (-3) ähnlich wie 2022 um den Landtagseinzug kämpfen. Sicher im Landtag vertreten wäre dagegen das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 10 Prozent. Alle anderen Parteien würden an der Mandatsschwelle klar scheitern, darunter die Linke und die FDP.
Außerdem im aktuellen SaarlandTREND:
- Kompetenz: SPD mit Verlusten in wichtigsten Problemfeldern
- Rehlinger mit Abstand populärste Politikerin im Saarland
- Direktwahl Ministerpräsident/in: Rehlinger mit großem Vorsprung
- Mehrheit lehnt Regierungsbeteiligung von AfD und BSW ab
- Drei Viertel für mehr direktdemokratische Teilhabe
- Saarland: für zwei Drittel attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten
Wahlberechtigte Bevölkerung im Saarland
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1.558 Befragte (935 Telefoninterviews und 623 Online-Interviews)
19. bis 23. September 2024
2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
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