SaarlandTREND April 2025

Repräsentative Studie im Auftrag des Saarländischen Rundfunks

Wirtschaftliche Stimmung trübt sich weiter ein

Die wirtschaftliche Stimmung im Saarland hat sich angesichts schwacher Konjunktur- und Arbeitsmarktzahlen weiter eingetrübt. Bereits im September letzten Jahres bewertete eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger an der Saar die ökonomische Situation im Bundesland kritisch (74 Prozent), seither hat sich die negative Sicht nochmals etwas verstärkt. Aktuell bewerten vier von Fünf (79 Prozent; +5 im Vgl. zu September 2024) die Lage der Wirtschaft im Saarland als weniger gut (50 Prozent) oder schlecht (29 Prozent), gerade ein knappes Fünftel (19 Prozent) als sehr gut (1 Prozent) bzw. gut (18 Prozent). Die wirtschaftliche Stimmung fällt damit auf den niedrigsten bisher im SaarlandTREND gemessenen Wert. 

Zweifel am Industriestandort Saarland

Hinter der aktuell schlechten wirtschaftlichen Stimmung im Bundesland verbergen sich mehr als nur konjunkturelle Sorgen. Davon, dass das Saarland Industrieland bleibt, sind im Bundesland lediglich 40 Prozent überzeugt, mehr als die Hälfte (56 Prozent) ist gegenteiliger Auffassung. Für knapp zwei Drittel (63 Prozent) hat der Wirtschaftsstandort an der Saar den Anschluss im internationalen Wettbewerb bereits verloren. Gleichzeitig ist nur die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (49 Prozent) der Auffassung, dass das Bundesland auf zukunftsfähige Branchen setzt. Die Verunsicherung unter den saarländischen Arbeitnehmern ist in dieser Gemengelage groß. Immerhin gut jeder Vierte von ihnen (27 Prozent) ist derzeit in Sorge um den eigenen Arbeitsplatz.  

Die Skepsis gegenüber dem Wirtschaftsstandort Saarland ist bei den Jüngeren nochmals größer als bei den Älteren. Sie teilen häufiger die Auffassung, dass das Saarland als Wirtschaftsstandort international bereits den Anschluss verloren hat, haben größere Zweifel am Fortbestehen des Industrielandes Saarland und sind auch seltener der Ansicht, dass das Saarland auf zukunftsfähige Branchen setzt. 

Erhalt industrieller Arbeitsplätze: Mehrheit skeptisch

Dem geringen Vertrauen in die Zukunft des Industrielandes Saarland entsprechen Zweifel bezüglich des Erhalts von Industriearbeitsplätzen im Bundesland. Weniger als ein Fünftel (18 Prozent) bewertet die Chancen zu ihrem Erhalt als sehr gut oder gut, eine deutliche Mehrheit (78 Prozent) dagegen als schlecht (58 Prozent) oder sogar sehr schlecht (20 Prozent). 
Der pessimistische Blick auf den Fortbestand der Industriearbeitsplätze im Bundesland über-wiegt in allen Bevölkerungsgruppen und Parteianhängerschaften deutlich. 

Ausbau des Saarlandes als Standort für Rüstungsproduktion stößt auf geteiltes Echo

Als Chance für den Industriestandort Saarland wird seitens der Landespolitik die verstärkte Nachfrage nach Rüstungsgütern sowie die jüngste Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben gesehen. Ein entsprechender Ausbau des Bundeslandes als Standort für Waffen- oder Panzerproduktion stößt bislang in der Bevölkerung jedoch nur auf ein geteiltes Echo. Knapp die Hälfte der Saarländerinnen und Saarländer (46 Prozent) fände dies gut, ebenso viele sind (47 Prozent) gegenteiliger Auffassung.
Innerhalb der Bevölkerung bestehen zu entsprechenden Plänen allerdings deutlich unter-schiedliche Haltungen. Einen Ausbau des Saarlandes als Rüstungsstandort lehnen Jüngere mehrheitlich ab (32:58 Prozent), bei den Älteren überwiegt dagegen die Zustimmung (55:40 Prozent). Frauen stehen einem solchen Vorhaben ablehnend, Männer (35:58 Prozent) positiv gegenüber. Die Anhänger der CDU (63:33 Prozent) würden eine Stärkung der Rüstungsindustrie mehrheitlich begrüßen, in den Reihen der SPD (52:40 Prozent) überwiegt die Zustimmung knapp. Unter den Anhängern der Grünen ist sie umstritten (47:49 Prozent). Mehrheitlicher Widerspruch kommt von den Anhängern der AfD (37:57 Prozent) und der Linken (24:64 Prozent). 

Außerdem im aktuellen SaarlandTREND: 

  • Wichtigste Probleme: Wirtschaft klar auf Platz 1, gefolgt von Zuwanderung und Bildung
  • Landesregierung: kritische Sicht überwiegt
  • Mehrheitlich Kritik an der Landesregierung in zentralen Aufgabenfeldern  
  • Kompetenz: SPD punktet bei sozialen Fragen, CDU beim Thema Wirtschaft und Zuwanderung
  • Rehlinger mit Abstand populärste Politikerin im Saarland
  • Direktwahl Ministerpräsident/in: Rehlinger mit deutlichem Vorsprung
  • Sonntagsfrage: SPD vor CDU, Linke mit Zugewinnen
  • Mehrheit spricht sich für höhere Investitionen in öffentlichen Nahverkehr aus
  • Drei Viertel für Smartphone- und Tablet-Verbot an KiTas und Grundschulen
Kontakt
Anja Miriam Simon

Saarland

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung im Saarland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.132 Befragte (738 Telefoninterviews und 394 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

25. bis 28. März 2025

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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