SaarlandTREND Dezember 2025

Repräsentative Studie im Auftrag des Saarländischen Rundfunks

Jugendstudie Saarland

Politische Stimmung im Saarland: SPD und CDU unter Druck, AfD mit deutlichen Zugewinnen 

Im Frühjahr 2027 wird im Saarland ein neuer Landtag gewählt. Rund eineinhalb Jahre vor dem Urnengang bleibt die SPD mit 27 Prozent zwar weiterhin stärkste politische Kraft im Land, muss im Vergleich zu April aber 3 Punkte abgeben und würde ihr Wahlergebnis von 2022 (43,5 Prozent) klar verfehlen. Sie liegt damit weiterhin knapp vor der CDU, die nach einem Minus von 2 Punkten 
25 Prozent in Aussicht hätte (2022: 28,5 Prozent). Die AfD kann sich im Vergleich zum Frühjahr nochmals deutlich verbessern (+6). Sie könnte mit derzeit 23 Prozent ihr letztes Wahlergebnis vervierfachen (2022: 5,7 Prozent) und aktuell einen neuen Rekordwert im Saarland verzeichnen. Die Grünen, die bei der letzten Landtagswahl knapp an der Mandatsschwelle gescheitert sind (2022: 4,995 Prozent), könnten sich mit 7 Prozent (+1) ebenso wie die Linke (7 Prozent; -1) Hoffnung auf einen Einzug in den Landtag machen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht verliert weiter an Rückhalt und würde mit 3 Prozent (-1) an der Mandatsschwelle scheitern. Alle anderen Parteien hätten zusammengenommen 8 Prozent in Aussicht, darunter auch die FDP.

Rehlinger mit Abstand populärste Politikerin im Saarland

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ist nach wie vor die mit Abstand populärste Politikerin im Saarland, auch wenn sie im Vergleich zum Frühjahr leicht an Sympathie verliert. Mit ihrer Arbeit ist gut die Hälfte der Saarländerinnen und Saarländer zufrieden (56 Prozent; -2), 39 Prozent (+5) üben Kritik. Die Anhänger der SPD stehen nahezu geschlossen hinter der amtierenden Ministerpräsidentin (94 Prozent), darüber hinaus überzeugt Anke Rehlinger aber auch die Anhänger der Grünen (84 Prozent), der CDU (64 Prozent) und der Linken (62 Prozent) mehrheitlich. In der AfD-Anhängerschaft überwiegt die Kritik an ihrer Arbeit (19:73 Prozent) sichtbar. 

Der Rückhalt für die SPD-Amtsinhaberin steigt mit dem Alter und ist insbesondere bei Bürgerinnen und Bürgern ab 65 Jahren hoch (66:29 Prozent). In der Altersgruppe bis 34 Jahre überzeugt sie nicht in vergleichbarem Maße (42:48 Prozent). Mit dem CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Stephan Toscani ist ein Drittel (34 Prozent; +/-0 zu April) zufrieden, 38 Prozent stellen ihm ein schlechtes Zeugnis aus. Dabei ist die Zufriedenheit mit seiner Arbeit unter Älteren (48 Prozent) deutlich größer als unter Jüngeren unter 34 Jahren (18 Prozent). Der AfD-Landesvorsitzende Carsten Becker wird nahezu unverändert zu April kritisch bewertet (11:27 Prozent), gut sechs von zehn (62 Prozent) Saarländerinnen und Saarländer kennen ihn jedoch nicht oder können sich kein Urteil zu seiner politischen Arbeit erlauben. 

Auch die Landesvorsitzende der Grünen Jeanne Dillschneider ist mehr als der Hälfte der Bürger unbekannt. Unter denen, die sich ein Urteil zutrauen, überwiegt die Kritik (15:25 Prozent). Ähnliches gilt für Florian Spaniol, der seit Anfang Juni Landesvorsitzender der Linken im Saarland ist. Er ist ebenfalls mehr als der Hälfte der Bürgerinnen und Bürger kein Begriff, die Unzufriedenheit mit seiner Arbeit ist größer als die Zufriedenheit (15:24 Prozent). 

Direktwahl Ministerpräsident/in: Rehlinger weiterhin deutlich vor Toscani

Hinsichtlich der personellen Besetzung der Staatskanzlei bestehen nach wie vor deutliche Vorteile für die regierenden Sozialdemokraten. Entsprechend ihres großen Popularitätsvorsprungs wird die SPD-Amtsinhaberin ihrem CDU-Herausforderer klar vorgezogen. Wenn die Saarländer ihre Ministerpräsidentin bzw. ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würde sich gut die Hälfte (53 Prozent; -1) für Anke Rehlinger entscheiden. Ein Viertel (25 Prozent; +2) spricht sich für den CDU-Vorsitzenden Stephan Toscani aus. Ein gutes Fünftel (22 Prozent; -1) kann oder möchte sich nicht zwischen den beiden entscheiden. 

Die SPD-Anhänger stehen zu weiten Teilen hinter ihrer Ministerpräsidentin (91 Prozent). Auch in den Reihen der Grünen (86 Prozent) und der Linken (72 Prozent) wird die amtierende Ministerpräsidentin mehrheitlich vorgezogen. Stephan Toscani entfaltet weniger Zugkraft in den eigenen Reihen, er kann derzeit nur etwas mehr als die Hälfte der CDU-Anhänger (55 Prozent) überzeugen, immerhin gut jeder dritte CDU-Anhänger (37 Prozent) würde der SPD-Ministerpräsidentin den Vorzug geben. 

Außerdem im aktuellen SaarlandTREND: 

  • Landesregierung: Unzufriedenheit überwiegt
  • Wirtschaftliche Stimmung auf historischem Tief, Jüngere mit größerer Zuversicht
  • Wichtigste Probleme: Wirtschaft und Arbeitsmarkt, bei jungen Menschen plus Bildung
  • Parteikompetenzen: Vertrauen in SPD und CDU stagnierend bis rückläufig, AfD stärker profiliert
  • Parteikompetenzen: Linke punktet bei jungen Saarländern stärker als insgesamt

Saarland

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung im Saarland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.150 Befragte (674 Telefoninterviews und 476 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

20. bis 26. November 2025

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

Jugendstudie

Studieninformation
Grundgesamtheit

Deutschsprachige Bevölkerung im Saarland im Alter von 16 bis 29 Jahren

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

506 Befragte (350 Telefoninterviews und 156 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

22. Oktober bis 24. November 2025

Schwankungsbreite

3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
4 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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