Schleswig-HolsteinTREND April 2026

Repräsentative Studie im Auftrag des NDR

Sonntagsfrage: CDU trotz Verlusten vorn, AfD hinter Grünen auf Platz Drei

Im April kommenden Jahres findet in Schleswig-Holstein die nächste Landtagswahl statt. Der letzte Urnengang vor vier Jahren endete für die CDU unter Daniel Günther mit den größten Zuwächsen seit Ende der 1950er Jahre und dem besten Ergebnis seit Anfang der 1980er Jahre. Die in Kiel mitregierenden Grünen konnten sich ebenfalls verbessern und schlossen mit Bestwert ab. Die FDP als dritter Koalitionspartner im Jamaika-Bündnis musste hingegen deutliche Einbußen hinnehmen. Noch stärker verlor die SPD, die auf einen historischen Tiefstand und erstmals auf Platz Drei im Bundesland zurückfiel. Während die AfD aus dem Kieler Landtag ausschied, konnte der von der Mandatsschwelle befreite Südschleswigsche Wählerverband einen landesweiten Anteil von mehr als 5 Prozent verbuchen und erreichte damit sein zweitbestes Landtagswahlergebnis.

Ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl liegt die CDU in der landespolitischen Stimmung klar vorn. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt hätte die CDU 33 Prozent in Aussicht, sie bleibt damit aber deutlich hinter ihrem letzten Landtagswahlergebnis (43,4 Prozent) und auch dem letzten Umfragewert im Schleswig-HolsteinTREND vom April 2023 (-5) zurück. Die Grünen kommen derzeit auf 19 Prozent, womit sie etwa an ihr Landtagswahl-Niveau von 2022 (18,3 Prozent) anknüpfen und besser liegen als in der letzten Erhebung von vor drei Jahren (+2). Hinter den Grünen folgt auf Platz Drei die AfD mit 15 Prozent. Die Rechtsaußenpartei hätte damit ihr Landtagswahlergebnis (4,4 Prozent) mehr als verdreifacht und sich auch zum letzten Schleswig-HolsteinTREND von 2023 (+7) deutlich verbessert. Die Sozialdemokraten büßen mit momentan 12 Prozent zum letzten Schleswig-Holstein-Trend ein (-3) und fallen damit zugleich hinter ihren Rekordtiefstand der letzten Landtagswahl zurück (16,0 Prozent).  

Der SSW bewegt sich mit 5 Prozent etwa auf dem Niveau der Landtagswahl von 2022 (5,7 Prozent) und ist etwas schwächer als im letzten Schleswig-HolsteinTREND (-2). Die FDP würde mit aktuell 4 Prozent (-4) an der Mandatsschwelle scheitern und wäre damit erstmals seit Ende der 1980er Jahre nicht mehr im Kieler Landtag vertreten. Die Linke dagegen hätte mit 6 Prozent Aussicht auf den zweiten Landtagseinzug in Schleswig-Holstein. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 6 Prozent. 

Regierungsarbeit: Mehrheitlicher Zuspruch trotz sinkender Zufriedenheit

Bei einem Wahlausgang entsprechend der Sonntagsfrage stände eine Fortführung der schwarz-grünen Koalition trotz der CDU-Einbußen rechnerisch nicht infrage. Wie andernorts wird zwar auch die Kieler Regierungsarbeit kritischer bewertet als früher. Allerdings überwiegt im Nordwesten weiterhin ein positives Urteil: Knapp sechs von zehn Wahlberechtigten (58 Prozent; -7 zu April 2023) sind mit der Regierungsleistung von Schwarz-Grün zufrieden, 38 Prozent (+6) üben Kritik. Das Kieler Bündnis bleibt damit die am besten bewertete Landesregierung in Deutschland. Die positive Sicht auf die Kabinettsarbeit überwiegt nicht nur in den Reihen der beiden Regierungspartner CDU (87:12 Prozent) und Grüne (86:13 Prozent). Auch die Anhänger der SPD (71:28 Prozent), des SSW (55:39 Prozent) und der derzeit nicht im Landtag vertretenen Linken (62:36 Prozent) äußern sich mehrheitlich zufrieden. Allein im Lager der 2022 aus dem Landtag gefallenen AfD überwiegt die Unzufriedenheit, hier aber deutlich (12:85 Prozent). 

Weitere Themen im aktuellen Schleswig-HolsteinTREND:

  • Kompetenzen: Landtagsparteien verlieren, AfD und Linke mit Zugewinnen
  • Wichtigste Probleme: Verkehr, Bildung und Zuwanderung
  • Jugendschutz: grundsätzlicher Zuspruch für Social Media-Verbot 

Schleswig-Holstein

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Schleswig-Holstein

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.155 Befragte
(678 Telefoninterviews und 477 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

08. bis 13. April 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

Das könnte Sie auch interessieren
ARD-DeutschlandTREND

@infratestdimap

Wissen, was Deutschland denkt.
Umfrageergebnisse von infratest dimap.

X.com Folgen Sie uns auf X.com