ARD-DeutschlandTREND September extra "Deutschland nach der Wahl in Sachsen-Anhalt"

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Sorge über Wahlausgang, Mehrheit für Korrekturen bei Sozialreformen

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 06. September hat zu deutlichen Verschiebungen in der dortigen politischen Landschaft geführt. Die AfD zog als mit Abstand stärkste Partei in den Magdeburger Landtag ein, die Wählerunterstützung für die langjährige Ministerpräsidentenpartei CDU hat sich mehr als halbiert. Kaum einem Bundesbürger ist der Wahlausgang in dem ostdeutschen Flächenland gleichgültig, zwei Drittel von ihnen geben sich besorgt, ein Viertel der Wahlberechtigten bewertet den Wahlausgang positiv. 

Dass die AfD als klarer Wahlsieger auch den nächsten Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt stellt, ist die Ansicht von etwa jedem zweiten Bundesbürger, ebenso viele lehnen dies dagegen ab. Ähnlich gespalten fällt das Meinungsbild zum bisherigen und künftigen Umgang mit der AfD aus: Nicht ganz die Hälfte der bundesdeutschen Wahlberechtigten moniert einen bislang unfairen Umgang mit der AfD, während gut jeder Zweite dies in Abrede stellt. Eine stärkere Einbindung der  AfD in die politische Arbeit durch die anderen Parteien unterstützt gut die Hälfte, nicht minder viele lehnen dies ab.

Der Regierungskurs im Bund gilt als ein wesentlicher Faktor für die CDU-Niederlage und das AfD-Abschneiden in Sachsen-Anhalt. Bundesweit äußert sich momentan nur jeder zehnte Bundesbürger positiv, neun von zehn üben an den Berliner Regierungsleistungen Kritik. Hauptadressat des bestehenden Unmuts der Wahlberechtigten sind die Unionsparteien. Von den Kritikern der schwarz-roten Regierungsarbeit nehmen sieben von zehn Anstoß an CDU und CSU, ein gutes Fünftel an den Sozialdemokraten. Zum kritischen Bild der Koalition tragen nicht zuletzt die geplanten Sozialreformen bei. Einen kompletten Reformverzicht unterstützt zwar nur gut jeder Fünfte. Noch geringer aber fällt mit 13 Prozent die Zahl derer aus, die die schwarz-roten Reformen wie geplant umgesetzt sehen wollen. 59 Prozent der Wahlberechtigten machen sich stattdessen für Korrekturen stark, darunter gut die Hälfte der Unions-Anhänger. Im konkreten Fall der Abschaffung des abschlagsfreien Renteneintritts nach 45 Versicherungsjahren sprechen sich drei von vier Bundesbürgern für dessen Beibehaltung aus. 

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.051 Befragte (627 Telefoninterviews und 424 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

07. September 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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