ARD-DeutschlandTREND September 2026

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Koalition auch nach der Sommerpause im Stimmungstief

Auch zum Ende der parlamentarischen Sommerpause bleibt die Regierung im Stimmungstief. Trotz geringfügiger Verbesserung zum Vormonat äußern sich im September nur 15 Prozent positiv zur Arbeit der schwarz-roten Koalition (+2), während 84 Prozent unzufrieden sind (-1). Auch unter den Anhängern der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD ist eine Mehrheit enttäuscht von den Leistungen der amtierenden Koalition. Dies schließt die Arbeit von Kanzler Friedrich Merz (13 Prozent; -1) und Vizekanzler Lars Klingbeil (22 Prozent; -1) ein. In der Sonntagsfrage zeigt sich ebenfalls wenig Veränderung. Die AfD bleibt mit 27 Prozent (-1) stärkste Kraft, die CDU/CSU erreicht unverändert 21 Prozent. Auch die Grünen verbleiben auf ihrem Wert aus dem Vormonat (15 Prozent), während SPD und Linke sich leicht auf 13 bzw. 12 Prozent verbessern (jeweils +1). Alle anderen Parteien würden an der Mandatsschwelle scheitern, darunter die FDP (4 Prozent; +/-0).

Sinkendes Sachvertrauen in Regierungsparteien, AfD profitiert

Die Schwäche der Regierungsparteien spiegelt sich im Kompetenzurteil der Wahlberechtigten. CDU/CSU und SPD haben auf zentralen Politikfeldern seit der Bundestagswahl an Sachvertrauen verloren. Größter Profiteur ist die AfD, die durchgängig besser bewertet wird als im Februar 2025. Beim Thema Wirtschaft genießt die Union zwar nach wie vor mit 24 Prozent das größte Sachvertrauen, hat aber deutlich an Vorsprung zur AfD eingebüßt. Beim Thema Soziale Gerechtigkeit kann die AfD – wie auch die Linke – mit 18 Prozent fast zur SPD aufschließen, die nach deutlichen Verlusten auf diesem Feld mit 20 Prozent nur noch knapp vorne liegt. Bei der Asyl- und Flüchtlingspolitik erreicht die AfD mit deutlichem Abstand zur Union den höchsten Kompetenzwert (26 Prozent). Im Osten Deutschlands ist die AfD diejenige Partei, der auf allen abgefragten Politikfeldern mit Ausnahme der Klima- und Umweltpolitik das meiste Sachvertrauen entgegengebracht wird. 

Große Bedeutung der Automobilindustrie für die wirtschaftliche Zukunft

Leichte Verbesserungen zeigen sich in der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Landes. Jeder Fünfte hält diese aktuell für gut (+7 zu Juni), nach wie vor beurteilen allerdings fast acht von zehn die Lage kritisch. Eine große Mehrheit erachtet dabei die Automobilindustrie als einen wichtigen Faktor für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Als eine Ursache für die zuletzt negative Entwicklung in diesem Wirtschaftszweig sehen knapp drei Viertel Versäumnisse der Industrie bei der Entwicklung alternativer Antriebe. Bei der Frage, ob die deutschen Automobilhersteller neben Elektroautos zukünftig auch weiterhin auf Verbrenner setzen sollten, ist die Meinung geteilt. Jeweils eine knappe Hälfte ist dafür bzw. dagegen. Eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent sieht den deutschen Staat in der Pflicht, Arbeitsplätze und Produktion in Deutschland zu sichern. Parallel finden auch die Zölle der EU auf chinesische Auto-Importe mehrheitlich Zustimmung. Mehr als sechs von zehn sind dafür, diese beizubehalten bzw. auszuweiten. Zudem sprechen sich knapp zwei Drittel dafür aus, staatliche Förderprogramme nur noch für Fahrzeuge zu gewähren, die innerhalb der EU produziert werden.

Russland und Ukraine: Unterschiedliche Sichtweisen in West und Ost

Nach dem gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle sieht mehr als die Hälfte der Bundebürger aktuell die Sicherheit Deutschlands durch Russland bedroht. Das Bedrohungsgefühl ist dabei im Westen stärker ausgeprägt als im Osten. Bei den Parteianhängerschaften sticht deutlich die der AfD hervor. In dieser Gruppe erachten zwei Drittel die Bedrohung durch Russland für gering. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Frage nach den Waffenlieferungen an die Ukraine. Für gut die Hälfte der Deutschen ist die militärische Unterstützung angemessen bzw. sollte noch ausgeweitet werden, wohingegen sie für gut vier von zehn zu weit geht. In Ostdeutschland und bei den AfD-Parteianhängern überwiegt dagegen die Ablehnung einer Unterstützung der Ukraine mit Waffen.

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.319 Befragte (787 Telefoninterviews und 532 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

31. August bis 02. September 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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