BerlinTREND Januar 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des rbb
Stromausfall in Berlin: Schlechte Noten für Krisenmanagement
Das Jahr 2026 startete in der Hauptstadt mit einem mehrtägigen Stromausfall für rund 45.000 Haushalte, ausgelöst durch einen Anschlag auf das Berliner Versorgungsnetz. Reaktionstempo, eingeleitete Maßnahmen sowie Krisenkommunikation von Landespolitik und -behörden standen schnell im Fokus der Öffentlichkeit. Das Krisenmanagement der zuständigen Spitzen im Senat hinterlässt auch aus Sicht der Berlinerinnen und Berliner Fragen. Wirtschafts- und Energiesenatorin Franziska Giffey bescheinigen rückblickend nur 38 Prozent ein gutes bis sehr gutes Krisenmanagement. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sowie Innensenatorin Iris Spranger überzeugten jeweils sogar nur jeden Vierten.
Für alle drei überwiegen an der Spree die kritischen Bewertungen, am deutlichsten beim CDU-Bürgermeister. Kai Wegner war wegen eines zunächst verschwiegenen privaten Tennis-Spiels am ersten Tag des Stromausfalls besonders unter Druck geraten. Einen Rücktrittsgrund stellt dies für eine große Mehrheit der Wahlberechtigten allerdings nicht dar, auch wenn gleichzeitig sechs von zehn Berlinerinnen und Berlinern seine Glaubwürdigkeit durch diese Angelegenheit beschädigt sehen.
In der landespolitischen Stimmung haben die Ereignisse rund um den Stromausfall keine deutlichen Verschiebungen ausgelöst. Weder gibt es einen weiteren Einbruch in der im Bundesländervergleich ohnehin geringen Zufriedenheit mit dem Senat zu vermelden, noch zeigen sich größere Bewegungen in den Wahlabsichten der Berlinerinnen und Berliner. Die CDU kommt in der Sonntagsfrage wie zuletzt im November auf 22 Prozent, ihr Koalitionspartner SPD kaum verändert auf 14 Prozent (+1). Von der Opposition im Abgeordnetenhaus liefern sich Linke (18 Prozent; -1), AfD (17 Prozent; +1) und Grüne (16 Prozent, +/-0) weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz.
Wahlberechtigte in Berlin
Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
1.173 Befragte
(688 Telefoninterviews und 485 Online-Interviews)
12. bis 14. Januar 2026
2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10%
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50%
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