HessenTREND Februar 2026
Repräsentative Studie im Auftrag des HR
Regierungszufriedenheit: Schwarz-Rot stößt weiterhin auf ein geteiltes Echo
Auch zwei Jahre nach Übernahme der Regierungsgeschäfte stößt die schwarz-rote Landesregierung bei den Bürgerinnen und Bürgern in Hessen auf ein geteiltes Echo. Ähnlich wie im Sommer letzten Jahres halten sich Lob und Kritik am Wiesbadener Kabinett in etwa die Waage: knapp die Hälfte der Hessen zeigt sich zufrieden mit der Regierungsleistung von Schwarz-Rot (47 Prozent; -1 zu Juni 2025), fast ebenso viele (46 Prozent; +1) üben Kritik.
Auf eine mehrheitlich wohlwollende Bewertung stößt die Landesregierung bei den Anhängern der CDU (82:16 Prozent). Die Anhänger der mitregierenden SPD urteilen etwas verhaltener, aber ebenfalls mehrheitlich positiv (59:39 Prozent). In den Reihen der Oppositionsparteien überwiegt die Unzufriedenheit. Von den Grünen-Anhängern äußert sich gut die Hälfte ablehnend (41:54 Prozent), bei den Anhängern der Linken sind zwei Drittel (29:67 Prozent) unzufrieden. Besonders groß fällt die Kritik wie gehabt im Lager der AfD (17:80 Prozent) aus. Im bundesweiten Vergleich der Landesregierungen rangiert das Wiesbadener Kabinett damit im Mittelfeld.
Regierungsparteien überzeugen nur bedingt
Bei einer differenzierten Bewertung der Regierungsparteien überzeugen beide Koalitionspartner nur bedingt. Mit der Arbeit der CDU ist ein gutes Drittel der Bürgerinnen und Bürger zufrieden (37 Prozent), mehr als die Hälfte (56 Prozent) unzufrieden. Ähnlich verhält es sich für die hessischen Sozialdemokraten. Ihr politisches Wirken in der Landesregierung bewertet ein Drittel (33 Prozent) wohlwollend, 59 Prozent sehen die sozialdemokratische Regierungsleistung in Hessen kritisch. Das eigene Lager wissen beide Regierungsparteien mehrheitlich hinter sich, wobei die Anhänger der CDU (86 Prozent) etwas geschlossener hinter ihrer Partei stehen als die der SPD (70 Prozent).
Zufriedenheit mit der Opposition: Kritik überwiegt
Auch bei den Oppositionsparteien im hessischen Landtag ziehen die Bürgerinnen und Bürger nach zwei Jahren eine mehrheitlich negative Bilanz. Sie bleiben in der Leistungsbewertung auch nochmals hinter den Regierungsparteien zurück. Noch am ehesten überzeugen die Grünen, aber auch mit ihrer Arbeit ist gerade gut ein Viertel (27 Prozent) zufrieden, eine Mehrheit (61 Prozent) unzufrieden. Über die Leistung der AfD äußert sich ein knappes Fünftel (19 Prozent) wohlwollend,
gut zwei Drittel (68 Prozent) bemängeln die parlamentarische Arbeit der Rechtsaußen-Partei. Mit der FDP zeigen sich 15 Prozent zufrieden, 61 Prozent unzufrieden, ein Viertel (24 Prozent) sieht sich nicht in der Lage, die Oppositionsarbeit der Liberalen zu beurteilen.
Wichtigste Probleme in Hessen: Bildung verdrängt Zuwanderung
Auf der aktuellen Problemagenda der Bürgerinnen und Bürger in Hessen stehen Bildungsfragen ganz oben, gefolgt von Zuwanderung und Mobilität. Gefragt nach den aktuell wichtigsten politischen Problemen, die in Hessen gelöst werden müssen, nennen 29 Prozent und damit etwas mehr Bürgerinnen und Bürger als im Sommer letzten Jahres (+4 zu Juni 2025) Bildung, Schule und Ausbildung als zentrales Aufgabenfeld. Deutlich rückläufig ist der Stellenwert von Zuwanderungsfragen. Sie fallen auf Platz zwei der Themenagenda und hinter Bildungsfragen zurück, stellen aber immer noch für ein Fünftel (22 Prozent; -11) das zentrale Problem dar. Mobilität und Verkehr stehen für jeden Sechsten (16 Prozent; +3) im Mittelpunkt. Angesichts der negativen Wirtschaftsnachrichten rückt auch die Lage der heimischen Wirtschaft etwas stärker in den Fokus und bewegt derzeit 13 Prozent (+5) der Bevölkerung. Rund jeder Zehnte erachtet die Situation auf dem Wohnungsmarkt (11 Prozent; +1) als drängendste Aufgabe. Jeweils 8 Prozent halten soziale Themen (+/-0) oder Umweltbelange (-2) für zentral.
Außerdem im aktuellen HessenTREND:
- Lösung der wichtigsten Aufgaben: weiterhin CDU im Vorteil
- Sonntagsfrage: CDU klar stärkste Landeskraft aber schwächer als zuletzt
- Bundes-Sondervermögen soll vor allem in Bildung und Mobilität fließen
- Kommunalwahlen in Hessen: Sachangebot der Parteien und Kandidaten entscheidend
- Kommunale Probleme: Verkehrs- und Mobilitätsthemen zentral
- Große Zufriedenheit mit Lebensbedingungen vor Ort – doch nicht in allen Bereichen
- Lösung der lokalen Probleme: CDU trotz Verlusten vorn, AfD gewinnt an Vertrauen
Wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen
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