Rheinland-PfalzTREND Oktober 2025
Repräsentative Studie im Auftrag des SWR
Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU vor SPD, AfD mit Höchstwert auf Platz 3
Ein knappes halbes Jahr vor der Landtagswahl am 22. März 2026 ist die CDU in der landespolitischen Stimmung in Rheinland-Pfalz weiterhin klar stärkste politische Kraft. Wenn bereits am Sonntag an die Urnen gerufen würde, hätten die Christdemokraten 29 Prozent in Aussicht. Gegenüber Juni müssten sie einen Punkt abgeben, würden aber etwas besser als beim Wahlgang vor knapp fünf Jahren (27,7 Prozent) abschneiden. Die regierungsführende SPD läge unverändert zu Juni mit 23 Prozent (2021: 35,7 Prozent) und anders als bei der letzten Wahl klar hinter der CDU. Die AfD kann sich im Vergleich zum Frühsommer nochmals verbessern (+2), würde mit derzeit 19 Prozent ihr Wahlergebnis von vor fünf Jahren mehr als verdoppeln (2021: 8,3 Prozent) und einen neuen Rekordwert in Rheinland-Pfalz verzeichnen. Die Grünen müssten im Vergleich zu Juni einen Punkt abgeben und lägen bei 10 Prozent (2021: 9,3 Prozent). Die Freien Wähler kämen auf unverändert 4 Prozent (2021: 5,4 Prozent). Die Linke hätte 6 Prozent in Aussicht und könnte erstmals in Rheinland-Pfalz auf einen Landtagseinzug hoffen (2021: 2,5 Prozent). Alle übrigen Parteien kämen zusammengenommen auf 9 Prozent, darunter die aktuell mitregierende FDP sowie das BSW.
Regierungsführung nach der Landtagswahl: keine klare Präferenz
Trotz des klaren Vorsprungs der CDU in der Sonntagsfrage zeichnet sich auch sechs Monate vor der Wahl in der Frage der Regierungsführung keine eindeutige Präferenz ab. 40 Prozent sprechen sich für eine CDU-geführte Landesregierung nach der nächsten Wahl aus, fast ebenso viele (37 Prozent) bevorzugen eine Regierung unter Führung der SPD. 2021 war die SPD gegenüber der CDU im Vorteil (44:34 Prozent).
Ebenfalls ambivalent fällt die Sicht auf die Arbeit der amtierenden Regierung aus, die Ampel-Koalition stößt wie zuletzt auf ein geteiltes Echo. Die Hälfte der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ist derzeit zufrieden mit der Regierungsarbeit von SPD, FDP und Grünen (49 Prozent, +2 im Vergleich zu Juni 2025), die andere Hälfte (46 Prozent; +1) übt Kritik. Auch wenn die Regierungsarbeit damit leicht besser als im Juni bewertet wird, fällt das das Ansehen der Ampel-Regierung sichtbar geringer aus als vor der letzten Landtagswahl, als sich eine Mehrheit (57:41 Prozent im März 2021) lobend über die Regierungsarbeit äußerte.
Mehrheitlich Rückhalt findet die Landesregierung bei den Anhängern der SPD (78:21 Prozent) sowie unter Anhängern der mitregierenden Grünen (80:14 Prozent). Auch die Anhänger der Linken kommen mehrheitlich zu einem positiven Urteil (50:39). Im Lager der CDU-Anhänger halten sich Lob und Kritik die Waage (50:49 Prozent).
Direktwahl Ministerpräsident: Schweitzer weiterhin deutlich vor Schnieder
Bei der personellen Besetzung des Ministerpräsidentenamtes ist die Haltung der Wahlberechtigten eindeutiger. Hier wären die Sozialdemokraten gegenüber der CDU weiterhin im Vorteil. Wenn die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 38 Prozent (-2 zu Juni 2025) für den Amtsinhaber Alexander Schweitzer entscheiden. Nur halb so viele (19 Prozent; +2) präferieren den CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Gordon Schnieder.
Während Alexander Schweitzer die sozialdemokratischen Anhänger mehrheitlich (75 Prozent) überzeugen kann, sprechen sich nur 44 Prozent der CDU-Anhänger für Gordon Schnieder aus. Ähnlich wie im Juni würde sich ein Drittel der CDU-Anhänger (33 Prozent) vielmehr für den SPD-Amtsinhaber entscheiden. An die Werte seiner Amtsvorgängerin Malu Dreyer, die vor der letzten Wahl ihrem CDU-Herausforderer Christian Baldauf klar vorgezogen wurde (57:30 Prozent im März 2021) reicht der seit Juli 2024 amtierende Regierungschef jedoch nicht heran.
Verhältnisse in Rheinland-Pfalz: knapp die Hälfte der Bürger beunruhigt
Bei der Bewertung der Verhältnisse im Land überwiegt die Sorge. Aktuell blicken 39 Prozent mit Zuversicht auf die Lage in Rheinland-Pfalz, für knapp die Hälfte (47 Prozent) bietet sie Anlass zur Beunruhigung.
Im Vergleich zu November 2023 (34:55 Prozent) hat sich die Grundstimmung damit zwar leicht aufgehellt, die Zuversicht ist aber immer noch sichtbar geringer als im Vorfeld der letzten Landtagswahl. Im Januar 2021 äußerte sich trotz der mit der Covid-19-Pandemie verbundenen Sorgen eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (58 Prozent) zuversichtlich, ein Drittel (34 Prozent) war eher beunruhigt.
Außerdem im aktuellen Rheinland-PfalzTREND:
- Wichtigste Probleme: Zuwanderung und Bildung gefolgt von Mobilität und Wirtschaft
- Parteikompetenzen: CDU mit sachpolitischen Vorteilen
Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz
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01. bis 07. Oktober 2025
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