ARD-DeutschlandTREND Juni 2026

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Sonntagsfrage: Union mit niedrigstem Stand seit gut vier Jahren  

In der aktuellen Sonntagsfrage bleibt die AfD mit 27 Prozent vor der Union. Während die AfD zum Vormonat unverändert liegt, fällt die CDU/CSU um 1 Punkt auf 23 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Januar 2022. Ebenfalls um 1 Punkt gibt die Unterstützung der Grünen nach, die aktuell mit 14 Prozent rechnen könnten. Die SPD verbessert sich im selben Umfang auf 13 Prozent. Die Linke verharrt bei 10 Prozent. Alle anderen Parteien würden an der Mandatsschwelle scheitern, darunter die FDP (4 Prozent; +/-0) sowie das BSW (3 Prozent; +/-0). 


Parteipräferenzen vielfach aufgrund enttäuschender Alternativen     

Die aktuelle Entscheidung zugunsten einer Partei gründet vielfach nicht in der Begeisterung für das dortige Angebot, sondern im Fehlen attraktiver Alternativen: Jeder Zweite bevorzugt seine Partei aus Überzeugung, etwa ebenso viele aber wegen des enttäuschenden Angebots der anderen. Distanz zur politischen Konkurrenz sticht als Beweggrund im AfD-Wählersegment heraus, während wiederum Überzeugungs-Motive die Anhänger von Grünen und Linken besonders prägen. Inhaltliche Überlegungen spielen für die meisten eine größere Rolle als die Sicht auf die Spitzenpolitiker. Gut jeder zehnte Wähler, darunter viele Anhänger von Union und SPD, wird derzeit weder vom Programm noch durch das Personal seiner Partei angesprochen, sie begründen ihre momentane Präferenz eher mit einer langfristigen Bindung.  


Unbehagen an Schwarz-Rot auch in eigenen Reihen

Dass aktuell Union und SPD auch größere Teile der eigenen Anhänger nicht überzeugen, zeigt deren Sicht auf die Regierungsleistung von Schwarz-Rot sowie auf deren Spitzenpersonal. Mit der Berliner Regierungsarbeit ist nur gut jeder dritte Unions- und nur jeder sechste SPD-Anhänger zufrieden. CDU-Kanzler Merz und auch SPD-Vizekanzler Klingbeil punkten in ihren jeweiligen Anhängerschaften nur bei etwa jedem zweiten. Von den Bundesbürgern insgesamt sind momentan 12 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 1 Punkt weniger als im Vormonat. Zu Friedrich Merz äußern sich wie zuletzt 16 Prozent, zu Lars Klingbeil 21 Prozent der Wahlberechtigten positiv. Eine mehrheitlich wohlwollende Bewertung erzielt bei den Bundesbürgern nach wie vor allein Verteidigungsminister Pistorius. 


Wirtschaftliche Stimmung schlecht wie zur Eurokrise, Wirtschaft als Problemthema Nr. 1

Als Hauptaufgabe für die Bundespolitik und das schwarz-rote Bündnis schält sich für die Bundesbürger immer mehr der Umgang mit der wirtschaftlichen Stagnation heraus. Nur 13 Prozent bewerten die Lage der Wirtschaft in Deutschland momentan positiv, so wenige wie zuletzt zur Eurokrise Ende der 2000er Jahre. Zugleich rechnen vier von zehn mit einer Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage in den kommenden 12 Monaten, in Ostdeutschland ist es fast jeder Zweite. Die kritische Perspektive auf die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse hinterlässt Spuren auf der Problem-Agenda der Bundesbürger. Die Situation der Wirtschaft hat dort die Migration als aktuell größtes Problem in Deutschland abgelöst. 


Sinkende Unterstützung für CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss zur AfD

Hohe AfD-Zustimmungswerte in Bund wie Ländern beleben die Debatte über Kooperationsverbote. Allgemein favorisieren nach wie vor etwa vier von zehn Deutschen den Ausschluss jeglicher Zusammenarbeit mit der AfD, drei von zehn unterstützen eine Prüfung von Fall zu Fall, ein Viertel eine gezielte Kooperationssuche. Der CDU-Beschluss, Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit mit der AfD auszuschließen, stößt mittlerweile auf ein geteiltes Echo, wobei allerdings die CDU-Anhänger weiterhin mehrheitlich an ihm festhalten. Die CDU-Abgrenzung gegenüber der Linken findet in der Bevölkerung mehrheitlich keine Unterstützung, wird von den CDU-Anhängern jedoch überwiegend mitgetragen.   

           
Fußball-WM: jeder Fünfte traut Deutschland Finaleinzug und Titel zu 

Am 11. Juni beginnt die Fußball-WM. Gut eine Woche vor dem Start gibt ein Drittel der Deutschen an, sich bereits sehr stark oder stark für das Sportevent zu interessieren. 55 Prozent trauen der deutschen Mannschaft zu, mindestens unter den besten acht Fußballteams zu landen und ins Viertelfinale einzuziehen. 22 Prozent gehen von einem deutschen Finaleinzug aus, 20 Prozent setzen dort auch auf den Finalsieg. Als ernstzunehmende Mit-Anwärter auf den Titel gelten bei den Deutschen vor allem Vize-Weltmeister Frankreich sowie Spanien.    

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.326 Befragte (791 Telefoninterviews und 535 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

01. bis 02. Juni 2026

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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