ARD-DeutschlandTREND März 2026
Repräsentative Studie im Auftrag der ARD
Mehrheit lehnt den Iran‑Angriff von USA und Israel ab
Die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten hat sich durch die Angriffe der USA und Israels auf den Iran verschärft. In Deutschland stößt der Militäreinsatz, auf den Teheran mit Gegenschlägen auch auf seine unmittelbaren Nachbarländer reagiert, mehrheitlich auf Ablehnung. Zwar wird die Militäraktion weniger deutlich abgelehnt als die US-Interventionen in Venezuela oder im Irak Anfang der 2000er Jahre, dennoch halten sechs von zehn Deutschen die Offensive für nicht gerechtfertigt. Zugleich ist die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts und dessen Folgen groß: Drei Viertel befürchten eine Ausbreitung der Kriegshandlungen auf weitere Länder. Acht von zehn sorgen sich um die Auswirkungen des Krieges auf den Welthandel, sieben von zehn um die Lage der Menschen im Iran. Angesichts der Vielzahl militärisch ausgetragener Konflikte fürchtet mittlerweile eine große Mehrheit, dass in der Weltpolitik zunehmend das Recht des Stärkeren gilt. Dies prägt auch die Sicht auf die Bedrohungslage Deutschlands: Schätzten zu Beginn des Ukraine-Krieges etwas mehr als die Hälfte die aktuelle Weltlage als bedrohlich für uns in Deutschland ein, sind es nun mehr als drei Viertel der Bürger.
Vertrauen in USA und Russland weiter auf Tiefstand
Angesichts ihrer vielfältigen aktuellen Konflikt-Beteiligungen bewegt sich das Vertrauen in die Großmächte USA und Russland auf weiter niedrigem Niveau: Unverändert zu Januar betrachten gerade einmal 15 Prozent die USA als verlässlichen Partner Deutschlands, Russland stufen lediglich 12 Prozent als vertrauenswürdig ein. Auch Israel stößt bei den Bundesbürgern weiterhin mehrheitlich auf Skepsis: Knapp sieben von zehn Deutschen sehen in Israel keinen vertrauenswürdigen Partner für Deutschland, 17 Prozent beziehen die Gegenposition. Frankreich und Großbritannien gelten mehrheitlich als verlässliche Partner. Das Urteil zur Ukraine bleibt gespalten: vier von zehn trauen dem Land, knapp die Hälfte hat Zweifel an dessen Vertrauenswürdigkeit.
Kritik an Arbeit und Außenwirkung der Bundesregierung überwiegt
Die Sicht auf die Arbeit der schwarz‑roten Bundesregierung hellt sich zum Vormonat leicht auf. Ein Viertel äußert sich positiv (+4), drei Viertel beurteilen die Koalitionsarbeit allerdings weiter kritisch. Einzig die Anhänger der Union sind mit der Regierungsarbeit mehrheitlich zufrieden, bei den Anhängern des SPD-Koalitionspartners überwiegt die Kritik. Was Schwarz-Rot seit seinem Amtsantritt inhaltlich auf den Weg gebracht hat, bilanziert rückblickend nur ein Sechstel positiv. Für das Miteinander wird der Koalition nur von knapp jedem Fünften, für die Vermittlung der Regierungsarbeit nur von 16 Prozent ein positives Zeugnis ausgestellt. Mit Ausnahme von Verteidigungsminister Pistorius überzeugen auch die politischen Spitzenakteure weiterhin nicht, auch wenn Kanzler Merz (+4), Vizekanzler Klingbeil (+2) und Außenminister Wadephul (+2) sich leicht verbessern können. Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas (-2) und insbesondere Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (-5) werden kritischer gesehen als im Vormonat.
Sonntagsfrage: Union legt zu
Von der leicht besseren Regierungsbewertung profitiert die Union in der Sonntagsfrage. CDU/CSU kämen aktuell auf 28 Prozent (+2). Der Regierungspartner SPD verliert einen Punkt auf nun 14 Prozent. Die AfD kommt auf 23 Prozent (-1), die Grünen auf 13 Prozent (+1). Die Linke liegt bei 9 Prozent (-1). Das Bündnis Sahra Wagenknecht erreicht 4 Prozent (+1). Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 9 Prozent.
Wahlberechtigte in Deutschland
Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
1.317 Befragte (785 Telefoninterviews und 532 Online-Interviews)
02. bis 04. März 2026
2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent
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